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Standals künftiger Oberbürgermeister: Stadt soll digitaler werden

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Von: Tobias Henke

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Klaus Schmotz gratuliert Bastian Sieler zum Sieg bei der Wahl
Amtsinhaber Klaus Schmotz (l.) lässt es sich nicht nehmen, seinem Nachfolger im Amt des Oberbürgermeisters, Bastian Sieler, noch am Sonntagabend zu seinem Wahlsieg zu gratulieren. Fotos: Hartmann © Hartmann, Stefan

Bastian Sieler heißt der künftige Oberbürgermeister der Hansestadt Stendal. Doch bis er sein Amt antritt, dauert es noch eine Weile, denn am 1. August ist Sielers erster Arbeitstag als Nachfolger von Klaus Schmotz (CDU). Die AZ hat mit dem künftigen Oberbürgermeister über seine Eindrücke von der Wahl und über seine wichtigsten Vorhaben gesprochen.

„Als die ersten Bezirke der Kernstadt ausgezählt wurden und ich auch dort vorne lag, war mir klar, dass es am Ende wohl reichen wird“, sagt Sieler. Da zunächst die Ortsteile ausgezählt wurden, habe dies aber eine Weile gedauert. Stendals künftiger Verwaltungschef freute sich darüber, dass sein Kontrahent Thomas Weise und Amtsinhaber Schmotz ihm noch am Wahlabend persönlich gratulierten. Schmotz habe ihm zudem eine Übergabe der Amtsgeschäfte angeboten (AZ berichtete). „Natürlich wird mir das helfen, wenn jemand wie Herr Schmotz mit seiner großen Erfahrung über die internen Abläufe in der Verwaltung informiert und ich von seiner Erfahrung profitieren kann.“

Ein wenig Sorge bereitet dem künftigen Oberbürgermeister die geringe Wahlbeteiligung. Nur knapp 30 Prozent gaben ihre Stimme ab, dies waren noch deutlich weniger als beim ersten Wahlgang Anfang März. „Das zeigt leider eine gewisse Politikmüdigkeit. Vielen war die Wahl offensichtlich egal.“ Der parteilose, aber von der SPD in seinem Wahlkampf unterstützte künftige Oberbürgermeister sieht es als eine seiner Aufgaben, gegen diesen Trend anzugehen.

Als zwei Bereiche, bei denen er die Stadt direkt zu Beginn seiner Amtszeit voranbringen möchte, nennt Sieler Transparenz und Digitalisierung. Mehr Transparenz könne man unter anderem mit einer noch stärkeren Öffentlichkeitsarbeit erreichen. Sieler wünscht sich, dass die Stadt noch umfassender als bislang über politische Prozesse informiert.

Auch in Sachen Digitalisierung will Stendals künftiger Oberbürgermeister die Stadt rasch voranbringen, sieht hier aber noch einige Hürden. Sieler nimmt Bezug auf das sogenannte Onlinezugangsgesetz, das Bund und Länder verpflichtet, ihre Verwaltungsleistungen bis Jahresende online anzubieten. „Das werden wir bis dahin aber nicht schaffen, unsere Defizite aufzuholen“, sieht Sieler hier Nachholbedarf. Er sieht vor allem zwei Vorteile, wenn Leistungen der Verwaltung flächendeckend online angeboten würden. „Es wäre dann rund um die Uhr möglich, dieses Angebot wahrzunehmen.“ Darüber hinaus sei es insbesondere in den Ortsteilen eine Erleichterung für die Bürger, wenn sie nicht für jeden Behördengang in die Kernstadt fahren müssen.

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