Letzlingens Fördervereins-Vorsitzender Horst Schulze zu Schuleinzugsbereichs-Änderung

„Ausgesprochen abwegig“

Betr. : Mögliche Schließung der Grundschule Solpke und geplante Änderung der Schuleinzugsbereiche. Dazu schreibt uns Horst Schulze aus Theerhütte, Vorsitzender des Fördervereins Kita und Grundschule Letzlingen.

Leserbrief

„Wir Mitglieder des Fördervereins Kita und Grundschule Letzlingen können die Gedanken und Gefühle der Eltern der Solpker Grundschule gut nachvollziehen. Wir verstehen die vielfältigen Gründe, die sie zum Einsatz für ihren Schulstandort bewegen, und würden uns wünschen, dass man solche Diskussionen aufgrund ausreichender Schülerzahlen gar nicht führen müsste.

Leider werden nun aber im Rahmen der notwendigen Diskussion Meinungen und Einschätzungen veröffentlicht, die wir in Bezug auf den Schulstandort Letzlingen so nicht stehen lassen möchten.

Zunächst möchten wir ausdrücklich betonen, dass die mögliche Schließung der Grundschule Solpke Gründe hat, die direkt nichts mit der Grundschule Letzlingen zu tun haben. Einige Betroffene scheinen den Eindruck zu haben, Solpke müsse geschlossen werden, um Letzlingen zu retten. Dies ist nicht der Fall.

Wir können nachvollziehen, dass bei dem Gedanken an eine mögliche Schließung der Grundschule Solpke viele betroffene Eltern und Elternvertretern der Orte Jerchel, Jeseritz, Parleib und Potzehne verständlicherweise die objektiven Vorteile einer möglichen Zuordnung zum Einzugsbereich der Grundschule Letzlingen nicht sofort erkennen.

Wir haben Zweifel daran, dass der Stadtelternratsvorsitzende Andreas Löbe wirklich für alle betroffenen Eltern spricht. Wenn er zwischen Letzlingen und benachbarten Dörfern in der Altmark unterschiedliche Kulturkreise ausmacht, halten wir das schon für ausgesprochen abwegig.

Auch die negativen Äußerungen zu Lehrmethoden und Schulkonzepten zeugen von fehlendem Sachverstand. Wir finden es durchaus positiv, wenn die Pädagogen in der Schule ihre Arbeit auch kritisch auswerten, sich Methoden verändern und an veränderte Bedingungen angepasst werden. Gerade unsere, durch sachliche Unkenntnis kritisierte Leselehrmethode verhalf unserer Schule im vergangenen Jahr zum Gesamtsieg beim Vorlesewettbewerb. Im übrigen ist diese Leselernmethode kein starres Konzept, sondern wird von Jahr zu Jahr aus den gemachten Erfahrungen weiterentwickelt.

Man sollte sich doch vor unbedachten Äußerungen sachlich informieren und lieber persönlich ein Bild von den guten Bedingungen an unserer Schule machen. Wir öffnen uns da gerne und laden herzlich dazu ein. Mit Unvoreingenommenheit und Verständnis könnte vielleicht auch scheinbar ,Fremdes’ zusammenwachsen.

Wir als Förderverein haben uns vor zwei Jahren bereits geöffnet, die Eltern der Kita mit ,ins Boot’ geholt und damit gute Erfahrungen gemacht. Gemeinsam haben wir in beiden Einrichtungen schon viel bewegt. Wir stehen jedem offen, auch und gerade, wenn sich der Einzugsbereich erweitern würde. Engagierte Eltern sind herzlich willkommen, bei uns mitzumachen und sich für das Wohl aller unserer Kinder einzusetzen.

Vielleicht gibt es ja auch Eltern, die nach gründlicher Abwägung aller Vor- und Nachteile (zum Beispiel der anstehenden Bauphase in Mieste) zum Entschluss kommen, dass man ihr Kind schon in diesem Jahr in Letzlingen einschulen sollte?

Fangen wir an, aufeinander zuzugehen und miteinander zu reden, um die besten Bedingungen für alle unsere Kinder zu schaffen. Bündeln wir lieber unsere Kräfte. Denn wenn es zu dem zu erwartenden Neuzuschnitt der Grundschuleinzugsbereiche kommt, stellt sich schnell eine Herausforderung – und das ist die Optimierung des Schülertransportes.

Wenn wir da optimale Lösungen erreichen, wäre der Besuch der Grundschule Letzlingen auf jeden Fall für die betreffenden Kinder naheliegender, als es vielen heute erscheint. Nebenbei würden wohl auch die Sekundarschüler auf ihrer Fahrt nach Mieste von der Anbindung profitieren.

Dazu wäre noch zu bedenken, wie viele Schüler nachmittags das Potzehner Freibad nutzen könnten, welches zu Zeiten der Selbstständigkeit der Gemeinden auch immer aus ,anderen Kulturkreisen’ unterstützt wurde.

Wir Mitglieder des Fördervereins Kita und Grundschule Letzlingen sind offen für einen Besuch und ein Gespräch!

Gern würden wir interessierte Bürger auf unserer nächsten Sitzung am Montag, 18. Februar, um 19.30 Uhr im Gasthaus Lüders in Letzlingen begrüßen.“

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