Leserbrief

„Die Altmark ist ein Notstandsgebiet“

Björn Bischoff aus Siedenlangenbeck nimmt Bezug auf das Diskussionsforum der BI „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ und den Artikel „Wunsch nach Kompromissen“ (AZ-Printausgabe, 8. Dezember).

„Grundsätzlich sehe ich in den Windkraftgegnern, die mir bekannt sind, weder Naturschützer noch Mitmenschen, die zu Kompromissen bereit wären. Die mir bekannten Windkraftgegner, die das Windparkprojekt in Siedenlangenbeck verhindern wollen, zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in die Eigentumsrechte der Landeigentümer einmischen.

Ein interessanter Aspekt ist auch zu beobachten, wenn Naturschützer sich treffen. Dann stehen vor dem Dorfgemeinschaftshaus Geländewagen und Autos und nur zwei Fahrräder, wo doch jeder nur ein paar Schritte zu gehen hat. Naturschutz heißt auch Verzicht auf übermäßigen Konsum und da sehe ich in der heutigen Zeit wenig Interesse.

Die bedrohten Vögel sind bei Windparkprojekten ein vorgeschobenes Argument, was wissenschaftlich fundiert belegt werden kann. Die wirklichen Gründe für die Ablehnung der Windkraftanlagen sind banaler. Die Menschen wollen ihre Aussicht nicht von Windkraftanlagen beeinträchtigt sehen. Wirklich ein Problem ist, dass die Behörden uns in keinster Weise bei der Wahrnehmung unserer Rechte unterstützen. Das ist eigentlich ihre Pflicht und dafür werden sie mit Steuergeldern bezahlt.

Die Altmark ist wirtschaftlich ein Notstandsgebiet, was sich in den erzielbaren Einkommen pro Haushalt widerspiegelt (ausgenommen Verwaltung, öffentlicher Dienst und Berufspendler) und die Verwaltung und die Vertreter unseres Landkreises haben vor allen anderen Pflichten die Pflicht, Bedingungen zu schaffen, damit Investoren Wertschöpfung betreiben können und die Menschen hier Geld verdienen.

Wir unterstützen den Bau des Windparks in Siedenlangenbeck, sehen seiner Fertigstellung mit Zuversicht entgegen, und leisten damit aktiv ein Beitrag zum Naturschutz und zur wirtschaftlichen Entwicklung.“

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht. Kürzungen behält sich die Redaktion vor.

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