„200 Lkw keine Seltenheit“

Betr.: Die am Tag gegen den Lärm in Estedt gesammelten „Lastschriften“, die Margot Göbel von der Bürgerinitiative „B71 Estedt“ an den Salzwedeler Landrat Michael Ziche mit der Bitte übergab, sie an den Landesverkehrsminister Karl-Heinz Daehre während der Altmark-Konferenz zu überreichen. Dazu schrieb sie einen „Offenen Brief“ an Daehre und den Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer:

„Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister,

sehr geehrter Herr Verkehrsminister des Landes Sachsen-Anhalt,

der internationale Tag gegen den Lärm wird in der Gemeinde Estedt seit drei Jahren zum „stillen“ Protest gegen den belastenden Verkehrslärm genutzt. Das bedeutet, eine halbe Stunde Sperrung der B 71, und damit kurze Zeit Ruhe für die Anwohner.

Diese Ruhe wird nicht durch ,Lautsprecher´ gestört, und es gibt auch garantiert keine Ansprachen. Kinder können in Ruhe spielen und dürfen auch mal die Straße nutzen. Nachbarn können sich unterhalten und können sich dabei sogar verstehen. Sie können einen Satz beenden, ohne warten zu müssen, bis der nächste Lkw vorbeigefahren ist.

Die B 71 verbindet Süd-/Osteuropa mit den Hafenstädten Hamburg und Bremen. Derzeit sind 200 Lkw pro Stunde keine Seltenheit. Diese überaus hohe Belastung durch den Schwerlastverkehr ist nicht Zufall, sondern ist auch Ergebnis politischer Entscheidungen. Die Erhebung der Maut und fehlende Investitionen bei der Bahn haben unter anderem zu einer enormen Überlastung der Bundesstraßen geführt.

Die Anwohner der B 71 in Estedt fühlen sich derzeit einer höheren Belastung ausgesetzt, als Anwohner einer Autobahn. Während Anwohner einer Autobahn in den Genuss entsprechender Lärmschutzanlagen kommen, sind die Anwohner der B 71 dem Lärm zumeist schutzlos ausgeliefert. Der durchschnittliche Abstand der Häuser an der B 71 beträgt in Estedt lediglich zirka 9,5 Meter (gemessen vom Mittelstreifen).

Diesem Brief sind die aus Anlass des Tages gegen den Lärm gesammelten von uns so genannten ,Lastschriften´ beigefügt. Darin sind nicht nur die Belastungen, denen sich sowohl die Anwohner als auch die Benutzer der Bundesstraße ausgesetzt fühlen beschrieben, sondern auch Vorschläge und Forderungen zur Veränderung dieser unhaltbaren Situation unterbreitet worden. Auch aus anderen Gemeinden kam Unterstützung für unsere Aktion. Insbesondere Anwohner/Einwohner aus Letzlingen, Gardelegen (Ortsteile: Ackendorf, Berge, Laatzke, Schenkenhorst, Wiepke) haben sich beteiligt.

Die bisher getroffenen Maßnahmen (Sperrung für Lkw aus Richtung Magdeburg, Geschwindigkeitsbeschränkungen für Lkw in der Nacht) haben wegen zu geringer Kontrollen wenig Wirkung gezeigt. Auch die neue Asphaltschicht hat weder den enormen Belastungen, noch diesem Winter Stand halten können. Wir bitten Sie, alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu nutzen, um schnell und dauerhaft Ergebnisse sowohl hinsichtlich der Verbesserung der Infrastruktur der Altmark, als auch der Lebensbedingungen der Anwohner der B 71 zu erzielen.“

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