Leserbrief

„150 Jahre gut ohne Wolf ausgekommen“

Siegfried Baklarz aus Hämerten zum Thema Wolf:

Seit Jahren heißt es immer wieder: Es ist weder Panikmache noch Schönreden angebracht. Was da so alles geschrieben wird von Leuten, die den Wolf nur aus Märchen oder dem Tierpark kennen und als Kuscheltier sehen. Jeder meint, mit dem, was er schreibt, dass er recht hat, ob man nun für oder gegen den Wolf ist. Wenn man froh ist, dass der Wolf bei uns wieder heimisch wird und sich über sein Geheule freut, dann muss aber auch gesagt werden, dass der Wolf jeden Tag fressen muss, und zwar vier Kilo Fleisch. Bei einem Wolf ist das nicht viel. Anders sieht es aus bei 100 oder 1000 Wölfen.

Da wird jahrelang viel diskutiert und was kommt dabei heraus? Ja, der Wolf muss in das Jagdgesetz, denn wenn es so weitergeht, wird er auch für den Menschen gefährlich. Wie viele Wölfe verträgt das Land? Einrichten von Habitaten, wo der Wolf jagdfrei leben kann und wo er geschossen werden darf, wie soll mit den Problemwölfen umgegangen werden? Die Ängste der Menschen werden von Grimms Märchen gespeist statt aus der Realität. Und der Höhepunkt des Irrsinns ist, dass der Wolf zur besseren Erfassung gechipt werden soll.

Diese Anregungen kommen bei den Diskussionsrunden von Vertretern der Politik, von Nutztierhaltern, von Jägern und normalen Bürgern, die meinen, das Wolfsproblem damit lösen zu können. Es verwundert schon, dass sich keiner traut zu sagen, dass der Wolf in eine dicht besiedelte Landschaft nicht hingehört. Sie sollten daran denken, dass wir 150 Jahre ohne den Wolf gut ausgekommen sind und es gab keine Probleme. Unsere Vorfahren waren doch nicht dumm. Sie haben nicht ohne Grund den Wolf aus einer dicht besiedelten Landschaft verdrängt. Allen, die trotzdem für die Ansiedlung des Wolfes sind, sollte man klar sagen: Wenn ihr ihn haben wollt, schön, aber dann kommt auch bei Übergriffen für den Schaden auf.

Es gibt Leute, die glauben, mit Fakten zur Versachlichung des Themas beitragen zu können. Sie vergessen nur, dass Fakten, gegen die keiner ankommt, schon vom Umweltministerium geschaffen worden sind. Alle wissen, und da können sie noch so viel diskutieren, der Umgang mit dem Wolf wird vom Umweltministerium bestimmt.

Und daran wird mit aller Macht festgehalten. Wenn man die Frage stellt: Wer braucht den Wolf eigentlich? In Sachsen-Anhalt werden zur Zeit im Umweltministerium 100 hauptamtliche Mitarbeiter für die Betreuung von 60 Wölfen beschäftigt.

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