Unheilig gewinnt Bundesvision Song Contest 2010

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Der Moderator Stefan Raab und der Sänger der Band Unheilig, der Graf, aus Nordrhein-Westfalen posieren in der Max-Schmeling-Halle in Berlin.

Berlin - Sieg für Unheilig: Die Band aus Nordrhein-Westfalen hat den Bundesvision Song Contest 2010 gewonnen. Die Aachener setzten sich knapp vor Silly aus Sachsen-Anhalt mit einem Liebeslied für Mama durch.

Umjubelter Sieg nach spannendem Duell: Die Band Unheilig hat für Nordrhein-Westfalen den Bundesvision Song Contest 2010 gewonnen. Bei dem von Entertainer Stefan Raab erfundenen Länderwettstreit setzte sich die Gruppe mit dem Song “Unter Deiner Flagge“ am Freitagabend knapp vor Silly aus Sachsen-Anhalt durch. Damit geht die Musik-Trophäe zum ersten Mal in das bevölkerungsreichste deutsche Bundesland.

“Das fühlt sich so schön an“, sagte Unheilig-Frontmann Graf kurz vor Mitternacht in der Berliner Max-Schmeling- Halle. Dort fand das Event zur Förderung des deutschsprachigen Kulturguts zum sechsten Mal statt. Der TV-Sender ProSieben übertrug das Spektakel live und erreichte damit 1,83 Millionen Zuschauer der jüngeren Zielgruppe zwischen 14 und 49 Jahren (Marktanteil 17 Prozent), bei der Gesamtbevölkerung waren es 2,38 Millionen Zuschauer (9,2 Prozent).

“Ihr habt es wirklich verdient“, befand Raab nach fast vier Stunden Show anerkennend über die Band aus Aachen. Aber auch von den 15 anderen Bands habe man tolle Titel zu hören bekommen. Unter anderem von Raab selbst war Unheilig schon vor dem Start als einer der Top-Favoriten gehandelt worden. Deren Gewinner-Song “Unter Deiner Flagge“ - eine Liebeserklärung Grafs an seine Mutter - entstammt dem jüngsten Erfolgsalbum “Große Freiheit“. Das war im Frühjahr direkt auf Platz eins der deutschen Charts geschossen.

Beim Bundesvision Song Contest musste die Band allerdings bis zum Schluss um den Sieg zittern. Während der Stimmenauswertung in den einzelnen Bundesländern blieb die Band Silly den Aachener Musikern die ganze Zeit über dicht auf den Fersen. Am Ende gingen Unheilig dann nur mit wenigen Punkten Vorsprung vor den Kult-Rockern aus Sachsen-Anhalt als Erste ins Ziel. Auf Platz drei landete mit einigem Abstand die Berliner Band Ich + Ich. Per SMS und Telefon hatten die Zuschauer abstimmen können. In der ausverkauften Max- Schmeling-Halle in Prenzlauer Berg waren über 5500 Menschen dabei.

Unheilig ist die Sprache des Herzens - so hatte der glatzköpfige Sänger Graf seine Band vor ihrem Auftritt beschrieben. Die Mehrheit der Zuschauer war von so viel Gefühl offensichtlich überzeugt. Von etlichen Bundesländern erhielt die Gruppe die höchste Punktzahl 12, auch von den eigenen Fans an Rhein und Ruhr. Das war bislang immer anders gewesen: In den Vorjahren hatte Nordrhein-Westfalen seine eigenen Künstler beim Bundesvision Song Contest kein einziges Mal an die Spitze gewählt. Das Land landete stets auf den hinteren Rängen.

In diesem Jahr enttäuschte vor allem die als Mit-Favoritin gehandelte Hamburger Band Selig, die nur im Mittelfeld landete. Die Rocker hatten es aber auch nicht einfach. Sie traten als erste Gruppe auf, auch gab es laut Raab zu der Zeit technische Probleme bei der TV-Übertragung. Der Showmaster musste sich später entschuldigen, dass die Zuschauer Selig nicht in voller Qualität erleben durften.

dpa

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