Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel

"Stereo": Hochspannendes Psycho-Duell

Berlin - Mit Moritz Bleibtreu und Jürgen Vogel in den Hauptrollen ist „Stereo“ von Maximilian Erlenwein ein furios gespieltes, hochspannendes Psycho-Duell.

Zu Beginn von „Stereo“ ist er nur eine weit entfernte Silhouette. Mehr eine Ahnung, ein Schatten als eine reale Person, geschweige denn eine greifbare Bedrohung. Doch mit der Zeit rückt der mysteriöse Fremde namens Henry (Moritz Bleibtreu) mit der Kapuzenjacke immer näher an Erik (Jürgen Vogel) heran. Je energischer der versucht, Henry aus seinem Leben mit Freundin, Tochter und Motorradwerkstatt zu verbannen, desto hartnäckiger bleibt Henry an ihm kleben. Bis dem immer unruhiger werdenden Erik klar wird: Nur er kann den Typen sehen. Für alle anderen bleibt der Kerl unsichtbar.

Verliert Erik den Verstand? Genügt ein Psychiater oder wäre eine sofortige Einweisung in eine entsprechende Klinik angemessener? Henry beobachtet alles, ist immer dabei und gibt seine Kommentare ab. Auch der Zuschauer tappt lange im Dunkeln, wenn es um die Identität Henrys geht. Was wie „Mein Freund Harvey“ als Thriller-Variante beginnt, entpuppt sich rasch als hochspannendes, exzellent gearbeitetes Genre-Kino aus Deutschland. Maximilian Erlenwein, der mit seinem Debütfilm „Schwerkraft“ unter anderem den Max-Ophüls-Preis gewann, hat mit dem stilistisch ganz anderen „Stereo“ viel gewagt.

Sein furios gespieltes Psycho-Duell ist voller Energie und überraschend kompromisslos in der Inszenierung. Mitunter aber auch so erbarmungslos brutal wie die einschlägigen Vorlagen beispielsweise von Nicolas Winding Refn, auf die sich Erlenwein recht deutlich bezieht.

Hier wie dort gibt es die Antihelden in einer kaputten Welt ohne Mitleid, in der man sich wortkarg gibt und lieber die Fäuste sprechen lässt. Großartig ist neben dem akkurat gesetzten Schnitt besonders der mitreißende Soundtrack von Enis Rotthoff, der dafür sorgt, dass „Stereo“ lange nachhallt.

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Ulricke Frick

Rubriklistenbild: © dpa

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