München 7: Der Keim des großen Dramas

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Florian Karlheim (l) und Andreas Giebel

München - Wenn’s um den Menschen geht, wird die Vorschrift auch mal außer Kraft gesetzt. Xaver Bartl ist sozusagen der Prototyp des Polizisten als „Freund und Helfer“.

 Um diesen Ordnungshüter mit Herz kreisen auch die neuen Folgen von „München 7“, die nun im Ersten und damit bundesweit zu sehen sind. Autor und Regisseur Franz Xaver Bogner hat zum Glück den ganz speziellen Charme der Serie mit ihren manchmal fast valentinesken Dialogen hinüberretten können in den ARD-Vorabend – saftiger Dialekt inklusive!

Über die schönen Bilder und die witzigen Wortwechsel hat Bogner die Dynamik nicht vergessen, die so eine Produktion haben muss, um zu fesseln, und so sprießen überall kleine Konflikte wie das Gras im Mai, so manches kleine Scharmützel trägt den Keim des großen Dramas in sich, vor allem, wenn, wie so oft, Männer und Frauen ganz unterschiedliche Interessen haben.

Andreas Giebel als Xaver Bartl ist Bogners größter Trumpf, der Münchner gibt den Sheriff vom Viktualienmarkt ganz entspannt, als wär’s ein Stück von ihm. Um ihn herum gruppieren sich Darsteller, die die Authentizität ihrer Figur jederzeit über die „Show“ stellen, allen voran Florian Karlheim als Xavers Kollege Felix Kandler. Ohne ihn wäre die Balance dahin zwischen dem Polizistenpärchen auf der einen und der geballten Weiblichkeit auf der anderen Seite, vertreten durch Monika Gruber, Christine Neubauer und Luise Kinseher, um nur einige zu nennen.

Und dass die schräge Reviertruppe in ihrer behäbigen Routiniertheit fast schon allein das Zuschauen lohnt, wissen „München 7“-Fans nicht erst seit gestern.

Rudolf Ogiermann

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