Merkels Euro-Plädoyer bei Jauch

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Die Kanzlerin im Talk-Olymp: Merkel gestern Abend im Gespräch mit Jauch.

Berlin - Besondere Zeiten erfordern besondere Mittel – und so hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel am Sonntagabend in Deutschlands neuen Talk-Olymp begeben, um für ihren umstrittenen Euro Kurs zu werben.

„Wir brauchen den Euro, der Euro ist gut für uns“, sagte die CDU-Chefin in der ARD-Sendung „Günther Jauch“. Die Situation sei ernst. „Wenn ich Teilen der EU schade, schade ich auch immer mir selbst.“ Merkel sprach sich erneut für die geplante Rettung des Euro auch mit Milliardenbürgschaften aus Deutschland aus. „Ich kann nicht ausschließen, dass irgendetwas fällig wird.“ Doch etwa auch bei der Opelrettung habe man am Schluss alles zurückbekommen.

Die Kanzlerin zeigte sich optimistisch, bei der Abstimmung über den erweiterten Euro-Rettungsschirm EFSF an diesem Donnerstag eine einfache, eigene Koalitionsmehrheit zu erreichen. Jeder Abgeordnete werde seine Entscheidung in der Sache für den Euro treffen können, sagte Merkel . „Wir machen das ja für uns (...), weil die Stabilität unserer Währung sonst insgesamt in Gefahr wäre.“

Spekulationen über die Neuauflage einer Großen Koalition erteilte die Kanzlerin eine Absage: „Ich bin überzeugt, dass unsere Gemeinsamkeiten mit der FDP größer sind, als sie mit den Sozialdemokraten waren.“ Zwar habe die Große Koalition die richtigen Maßnahmen in der Finanzkrise getroffen. Aber: „Wir haben uns auch fürchterlich gefetzt.“ Der Umgangston sei allerdings auch bei Schwarz-Gelb nicht immer ideal, räumte Merkel ein.

Zudem forderte die Bundeskanzlerin eine harte Gangart gegenüber Schuldensündern. Für Fälle, in denen Staaten sich nicht an die Stabilitätsverpflichtungen halten, müsse es für die Zukunft „ein Durchgriffsrecht gibt, dass es erzwungen wird“. Notfalls müssten Staaten einen Teil der Souveränität abgeben.

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