Am Donnerstagabend

Amanda Knox bei "Markus Lanz" zu Gast

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Amanda Knox ist am Dienstagabend ab 23:15 in der TV-Sendung "Markus Lanz" zu sehen.

Mainz - Die als „Engel mit den Eisaugen“ bekanntgewordene Studentin Amanda Knox spricht in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ über ihre Zeit im Gefängnis.

Erst wurde sie in Italien wegen Mordes zu einer langen Haftstrafe verurteilt, später freigesprochen - jetzt wendet sich Amanda Knox an die Öffentlichkeit. „Ich möchte, dass die Wahrheit ans Licht kommt“, sagte die 25-jährige Amerikanerin in einem am Dienstag (Ortszeit) ausgestrahlten TV-Interview. „Ich möchte, dass ich wieder als Mensch gesehen werde“, meinte sie im US-Sender ABC. Zugleich macht sie der italienischen Justiz massive Vorwürfe. An diesem Donnerstagabend soll Knox um 23.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Markus Lanz“ zu sehen sein.

Der Kriminalfall hatte weltweites Aufsehen erregt - italienische Medien titulierten Knox als „Engel mit den Eisaugen“. 2007 wurde Knox Freundin und Mitbewohnerin Meredith Kercher in der Universitätsstadt Perugia mit durchschnittener Kehle und halbnackt aufgefunden. Es war von Sexspielen die Rede, die außer Kontrolle geraten seien. Jetzt soll ihr Fall in Italien erneut aufgerollt werden - Knox lebt aber unterdessen wieder in den USA.

Stellenweise ist die junge Frau den Tränen nahe: „Ich saß im Gerichtssaal und sie nannten mich einen Teufel...für sie war ich eine Mörderin“, sagte Knox in dem Interview weiter. Doch in Wahrheit sei sie in der Mordnacht bei ihrem Freund Raffaele Sollecito gewesen. Sie hätten Marihuana geraucht und Sex gehabt.

Auf die Frage, ob sie an dem Mord beteiligt war, antwortet Knox mit einem einzigen Wort: „Nein“. Die Polizei habe sie zu missverständlichen Aussagen gedrängt. „Ich war nicht dort“, fügte sie hinzu. Als das erste Urteil verkündet wurde, „konnte ich nicht mehr atmen“, berichtet sie.

Zur bevorstehenden Neuauflage des Verfahrens meinte Knox, dies sei ein Gefühl, als müsste sie erneut „durch ein Feld mit Stacheldraht“ gehen. Zugleich sagte Knox, ein Arzt habe ihr in Haft gesagt, dass sie HIV-positiv getestet sei. Dies habe ihr einen unglaublichen Schreck eingejagt - später habe sich das als Irrtum erwiesen.

Das Interview war präzise getimt: Zeitgleich am Dienstag erschien Knox Autobiografie „Zeit, gehört zu werden“ (engl. „Waiting to Be Heard“). Sie wolle „die Dinge richtigstellen“, schreibt Knox in ihrem Buch, das auch in Deutschland erschien. In dem Buch schreibt sie über Selbstmordpläne hinter Gitter und wirft einem hochrangigen Gefängnisangestellten sexuelle Belästigung vor.

Knox wurde 2009 mit ihrem damaliger Freund Sollecito in einem spektakulären Indizienprozess zu mehr als 25 Jahren Haft verurteilt. 2011 sprach das Gericht in Perugia die beiden in einem Berufungsprozess frei. Unlängst hob ein Gericht den Freispruch für Knox und ihren Ex-Freund auf.

Man nennt sie auch den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox

Man nennt sie auch den "Engel mit den Eisaugen": Amanda Knox

dpa

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