Kitas: Auch bei Krankheitsfällen besteht das Land auf Einhaltung der Regelung

Zweite Kraft ist Pflicht

In den Kindertagesstätten ist laut Gesetz auch bei Krankheitsfällen eine zweite Kraft Pflicht.
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In den Kindertagesstätten ist laut Gesetz auch bei Krankheitsfällen eine zweite Kraft Pflicht.

Isenhagener Land. Zu zweit auf einen Sack Flöhe aufpassen, ist bereits eine herausfordernde Tätigkeit. Alleine ist diese Aufgabe kaum zu schaffen. Aber auch Erzieherinnen in Kindertagesstätten werden mal krank und erscheinen deshalb nicht zur Arbeit.

Die Kindergartenleiterinnen müssen in solchen Fällen kurzfristig Vertretungen finden. Ist dies nicht möglich, steht die Kollegin alleine da.

Genau diese Situationen soll es nicht geben, machte das Niedersächsische Kultusministerium jüngst in einer Mitteilung deutlich. „Gemäß Paragraph 4 Absatz 3 des Kindertagesstättengesetzes muss in jeder Gruppe neben der Gruppenleitung eine zweite geeignete Fach- oder Betreuungskraft regelmäßig tätig sein. Von dieser Regel kann nur kurzfristig in besonderen Ausnahmefällen abgewichen werden“, heißt es in dieser Mitteilung.

Bei Krankheitsfällen, besonders wenn sie gehäuft innerhalb einer Einrichtung auftreten sollten, könnte diese Regel die Einrichtung vor Probleme stellen, denn das Kultusministerium lässt weiter verlauten: „Der betrieb einer Gruppe, in der die Personalanforderungen des Kindertagesstättengesetzes nicht eingehalten werden, ist rechtswidrig.“

Für den evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen ergibt sich durch diese Mitteilung keine Neuerung. „Wir begrüßen das Gesetz sehr, für gute Betreuung ist dies nötig“, sagt Doris Stein, Leiterin des Kirchenamtes in Gifhorn.

Im Krankheitsfall immer eine geeignete Vertretungskraft zu bekommen, besonders ab dem ersten Tag, sei allerdings trotzdem nicht immer umsetzbar. „So gut das Gesetz das auch meint, praktisch ist diese Forderung nicht immer machbar. Da muss man die Realitäten sehen“, sagt Stein. Die Suche nach Vertretungskräften gestalte sich mühevoll. Der Fachkräftemangel sei mitunter ein Problem, weshalb es „manchmal schwer ist, alle Stellen mit vollwertigen Erzieherinnen zu besetzen“.

Von Steffen Schmidt

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