Abfahrt für Mark und Merlin

Zwei Jungs aus Vorhop und Emmen starten „Mut zu reden Tour 2019“

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Mark Bialas (l.) und Merlin Beyer haben insgesamt rund 380 Kilometer vor sich – am Mittwoch machen sie in Wittingen Station. 

Wittingen – Rund 380 Kilometer liegen vor ihnen: Mark Bialas aus Vorhop und Merlin Beyer aus Emmen starteten gestern ihre „Mut zu reden Tour 2019“. Von Goslar aus ging es los, am Sonnabend wollen die beiden Schüler der Wittinger IGS in Rostock ankommen.

Ihre Botschaft: Über Depressionen darf man, ja, muss man reden – das Thema muss raus aus der Tabu-Ecke.

„Ich bin relativ aufgeregt“, räumte Mark Bialas wenige Tage vor dem Start ein. Sein Mitstreiter sagte: „Mir geht’s da ähnlich.“ Vor allem der fünfte Tag, die Etappe von Lüneburg bis Schwerin, flößt den zwei 14-Jährigen Respekt ein, dann stehen 100 Kilometer Tagesleistung auf dem Programm. „Aber ich freue mich auf die Eindrücke“, betont der junge Vorhoper. Mit seinem Schulkameraden ist er sich einig, dass sie beide viel für ihr Leben lernen werden.

Wolfenbüttel, Braunschweig, Wolfsburg, Gifhorn, Uelzen. Lüneburg, Schwerin – nur eine Auswahl der Städte, in denen die zwei Schüler aus dem Isenhagener Land Station machen für einen Pressetermin oder ein „Round Table“-Gespräch mit Politikern, Medizinern und anderen Akteuren. Auch in Wittingen gibt es einen Stopp: Am Mittwoch, 10. Juli, wollen die beiden Jungs am Rathaus eintreffen, um 16 Uhr beginnt dort der Runde Tisch. Jeder darf mitdiskutieren, wenn es gut zweieinhalb Stunden lang ums Thema Depressionen gehen soll.

„Die Hilfsangebote für Betroffene sind da“, sagt Mark Bialas, „und wir wollen darauf aufmerksam machen.“ Grundsätzlich, so Merlin Beyer, „hoffen wir, dass viele Leute kommen – damit eine schöne Diskussion in Gang kommt“. Das Gifhorner Bündnis gegen Depression ist bei dem Wittinger Termin auch dabei.

Für ihre Tour haben die beiden trainiert: Beyer ist seit Ostern jeden Tag 20 Kilometer geradelt, Bialas hat im Winter den Heimtrainer genutzt, seit Beginn der Sommersaison ist er viel auf dem Fahrrad. Übernachtet wird unterwegs in Jugendherbergen. Als Eskorte ist ein Betreuer mit einem Fahrzeug dabei, fährt aber nicht ständig mit, sondern wartet an vereinbarten Treffpunkten. Zuerst übernimmt ein Mitarbeiter der World Youth Expedition, die die Aktion unterstützt, diese Aufgabe, in Lüneburg wird er dann durch Marks Vater Jörg Bialas abgelöst. Weitere Unterstützung kommt von der Knesebecker Firma Lilie, von Butting und von Korth Optik.

Die beiden künftigen Neuntklässler wollen ihre Tour und ihr Thema im nächsten Schuljahr voraussichtlich mal ihren Mitschülern vorstellen. Deren Reaktionen seien bislang „recht neutral“ gewesen, wie Mark Bialas es formuliert.

Wer ein Stück der Tour mitfahren will, kann das zum Beispiel am Mittwoch ab Knesebeck tun: Um zirka 14.30 Uhr können Interessierte auf dem Parkplatz am Beck dazustoßen, wenn die beiden Schüler auf dem Weg von Gifhorn nach Wittingen kurz Station machen.

VON HOLGER BODEN

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