Stadt Wittingen darf mit weiteren Zuschüssen rechnen / Behelfsbahnsteig wird ab 25. April genutzt

Zusätzliches Geld für Bahnhofs-Pläne

Stadtbürgermeister Karl Ridder (v.r.), Regionalverbands-Direktor Hennig Brandes und DB-Bahnhofsmanager Marco Schlott besprechen am Wittinger Bahnhof die künftige Anordnung von Bahnsteig und Gleisen.
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Stadtbürgermeister Karl Ridder (v.r.), Regionalverbands-Direktor Hennig Brandes und DB-Bahnhofsmanager Marco Schlott besprechen am Wittinger Bahnhof die künftige Anordnung von Bahnsteig und Gleisen.
  • Holger Boden
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Wittingen. Bei ihren Plänen für die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds darf die Stadt Wittingen auf unerwartete finanzielle Unterstützung hoffen. Hennig Brandes, Direktor des Braunschweiger Regionalverbands (ehemals ZGB) sagte gestern bei einem Ortstermin, dass sein Verband für das Wittinger Projekt Fördergelder beisteuern könne:

„Die Hälfte des kommunalen Anteils können wir übernehmen.“

Der Regionalverband war kürzlich vom Land Niedersachsen mit 20 Millionen Euro ausgestattet worden, mit denen er Verkehrsinfrastrukturprojekte der Kommunen im Verbandsgebiet unterstützen kann. Was diese Aussicht für das Stadtsäckel genau bedeutet, bleibt abzuwarten. Die Stadt war bisher von einer maximalen Förderung durch das Land in Höhe von bis zu 75 Prozent ausgegangen. Der städtische Anteil würde im optimalen Fall also bei einem Viertel der Gesamtkosten liegen, die mit rund 1 Millionen Euro veranschlagt sind. Von diesem Viertel könnte nun – wenn alle Förderanträge positiv beschieden werden – noch der Zuschuss des Regionalverbands abgezogen werden. Die Stadt will das neue Bahnhofsumfeld mit Fahrradboxen, E-Säule, Toiletten, Parkplätzen und einigem mehr in zwei Baubschnitten in den Jahren 2018 und 2019 realisieren.

„Sie können fest mit unserem Antrag rechnen“, sagte Stadtbürgermeister Karl Ridder, an Brandes gerichtet. Auch die Vertreter der Ratsfraktionen – Uwe Hoppmann (CDU), Friedrich Lührs (FWG), Hans-Heinrich Koch (SPD) und Christian Schroeder (Grüne) hörten angesichts der neuen finanziellen Perspektiven aufmerksam zu.

Bei dem Ortstermin ging es eigentlich um die aktuelle Bahnhofsbaustelle, die bis Ende des Jahres in einen neuen Bahnsteig münden soll. Derzeit entsteht ein Behelfsbahnsteig aus Holz, den die Fahrgäste ab 25. April für die Bauphase nutzen sollen und der nur von der Celler Straße aus erreichbar sein wird (das IK berichtete).

Künftig werden dann die Gleise 1 und 2 von einem neuen Mittelbahnsteig aus bedient, dessen Einstiegshöhe 55 Zentimeter über dem Schienenniveau liegt – der Einstieg soll dadurch barrierefrei werden. Zudem, so erläuterte DB-Bahnhofsmanager Marco Schlott, werde ein taktiles Leitsystem eingerichtet. Der Mittelbahnsteig wird breiter als bisher, deshalb wird Gleis 2 auch in westlicher Richtung verschoben.

2,7 Millionen Euro kostet der Umbau, finanziert aus Mitteln der DB, des Landes und des Regionalverbands. Brandes sprach in dem Zusammenhang von „einem der größten Bahnhofssanierungsprogramme, die die Region jemals erlebt hat“. Das Ziel sei es, neue Fahrgäste zu gewinnen. Die bisherige Zahl von 600 bis 700 Zugfahrern pro Tag am Bahnhof Wittingen gilt als stark ausbaufähig. „Perspektivisch“, so Brandes, „sollten wir das verdoppeln.“ Dazu soll auch die Modernisierung des Umfelds durch die Stadt dienen.

Von Holger Boden

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