Warten auf ein Signal

Zukunft der Bahnstrecke Wittingen-Celle noch immer in der Schwebe

Wasser, Straße – und Schiene: Beim Landkreis Gifhorn hofft man, dass dieser Dreierpack am Wittinger Hafen erhalten bleibt.
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Wasser, Straße – und Schiene: Beim Landkreis Gifhorn hofft man, dass dieser Dreierpack am Wittinger Hafen erhalten bleibt.

Wittingen. Wittingen diskutiert über die Zukunft der ehemaligen OHE-Gleise nach Radenbeck – doch wie geht es unterdessen eigentlich für die noch bestehende Bahntrasse Wittingen-Celle weiter?

Für die OHE ist dort seit Ende 2016 die Betriebspflicht ausgelaufen, und das Unternehmen hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass es sich gern von der Strecke trennen möchte. In der Celler Zentrale hofft man nun, dass möglichst bis Ende des Jahres ein Signal vom Land kommt, wie der Abschnitt künftig betrieben werden kann.

OHE-Geschäftsbereichsleiter Sebastian Schülke sagt auf IK-Anfrage: „Seit 2016 stellen wir uns regelmäßig die Frage, wie es weitergeht. Wir warten aufs Land.“ Eigentlich werde bis Ende des Jahres eine Entscheidung erwartet. Die Frage dabei lautet: Wird eine Infrastrukturgesellschaft geschaffen, die die Strecke Wittingen-Celle auffangen könnte?

Einer, der auf eine Lösung zum Erhalt der Schienentrasse hofft und sie politisch einfordert, ist Gifhorns Landrat Dr. Andreas Ebel. Der Landkreis sei in ständigem Austausch mit dem Wirtschaftsministerium in Hannover, um die Wichtigkeit des Erhalts vorhandener Infrastruktur zu unterstreichen. Ebel, der in der Sache auch engen Kontakt zu seinem Celler Kollegen Klaus Wiswe hält, ist optimistisch: Dass der Kreis sich einen Plan B zurechtlegen muss, weil das Land sich am Ende doch zurückzieht, glaubt er nicht. Auch in Hannover sehe man die wertvollen Logistik-Vorteile eines Wittinger Hafens, der an Schiene und Autobahn angebunden ist.

Für Ebel ist entscheidend, dass weiter Züge in den Hafen rollen können. Da sei die alleinige Anbindung über Wittingen zu wenig, da es „spätestens mit der Einführung des Stundentaktes auf der Strecke Braunschweig-Uelzen zu Versorgungsproblemen des Hafengebietes kommen wird“.

Der Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann (SPD) aus Ummern sagt, auf ministerialer Ebene in Hannover gebe es Gespräche über die OHE-Trasse. Er wolle sich für ihren Erhalt einsetzen, denn künftig könnten viele Güter aus Celle oder Lachendorf auf der Schiene statt auf der Straße zum Wittinger Hafen gebracht werden. Die Strecke könne dann eventuell sogar „rentabel werden“.

Von Holger Boden

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