Wie Corona derzeit den Schulalltag prägt

Ziel an der Wittinger IGS: Möglichst viel Normalität

Unterricht gestern an der Wittinger IGS: Im Klassenraum gilt Maskenpflicht.
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Unterricht gestern an der Wittinger IGS: Im Klassenraum gilt Maskenpflicht.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Immer mehr Corona-Fälle werden aus Schulen gemeldet, gestern erwischte es auch das Gymnasium Hankensbüttel. Die Wittinger IGS ist bis dato von positiven Testergebnissen verschont geblieben – doch freilich prägt die Pandemie den Schulalltag.

„Wir fahren auf Sicht“, sagt der kommissarische Schulleiter Thorben Rutsch, „und wir schauen von Tag zu Tag.“

Abstände, Inzidenzwerte – es sind Zahlen, die derzeit vieles vorgeben. In der Mensa stehen die Stühle an den Tischen mit 1,50 Metern so weit auseinander, dass nur noch bedingt von „gemeinsamen Mahlzeiten“ gesprochen werden kann, aber die Vorgaben werden akzeptiert. Jahrgänge sitzen getrennt vonein-ander, Lehrer haben eine eigene Ecke.

Umso mehr, so betont Rutsch, ist die Schule bemüht, den Schülern ein möglichst großes Maß an Normalität zu bieten. Weil der sonst übliche Adventsmarkt nicht stattfinden kann, wird er durch einen Projekttag für die 5. und 6. Klassen ersetzt, die an dem Tag weihnachtliche Kreativität zeigen dürfen.

Die Schule befindet sich, zumal sie bislang keinen Infektionsfall hatte, im Szenario A: Unterricht im Kurs oder Klassenverband, Schüler und Lehrer tragen Maske. Sollte eine Teilung nötig werden, dann gilt es, die Herausforderungen des Kurssystems zu meistern. Bis zu vier Fächer (Klasse 10) werden pro Jahrgang in Kursen unterrichtet, da muss einiges koordiniert werden, wenn geteilt wird. Gedanklich durchgespielt ist das alles schon – die Vorarbeit sei im Sommer bereits geleistet worden, sagt Rutsch.

Ansonsten gilt weiterhin alles, was beim Vermeiden von Kontakten hilft: Trennlinien auf dem Schulhof, definierte Laufwege, Regeln für den WC-Besuch. Für die Schüler, so nimmt Rutsch es wahr, ist das alles keine Besonderheit mehr, sie setzen die Corona-Vorschriften gut um. Auf dem Pausenhof gilt keine Maskenpflicht, sofern der nötige Abstand eingehalten werden kann. Dass er eingehalten wird, darauf wird geachtet: „Da sind die Aufsichten gefragt“, sagt Rutsch.

Ein paar der 550 Schüler sind im „Home-Office“, weil es medizinische Risiken in ihren Familien gibt. Für die zuständigen Lehrkräfte bedeutet das Mehrarbeit, weil sie ihren Unterricht zweigleisig vorbereiten müssen. Laut Rutsch trägt das Kollegium die Situation aber bestens mit.

Besonders schade, so der kommissarische Schulleiter, sei der Teil-Lockdown im November für die 9. Klassen. Denn die hatten schon als Achtklässler im März auf ihr Betriebspraktikum verzichten müssen – und nun musste auch der Nachholtermin aufgrund übergeordneter Vorgaben ausfallen. Rutsch sagt, aus Infektionsschutzgründen sei die Entscheidung völlig in Ordnung, für alle Beteiligten sei sie allerdings sehr kurzfristig gekommen. Nun will die IGS für ihre Neuntklässler im Februar in Sachen Berufsorientierung etwas anbieten.

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