Wittingen: Stadt will auf den Bahnhöfen möglichst schnell Ergebnisse sehen

Ziel: Besserung vor 2017

Bleibt bis auf weiteres ohne Dach: Fahrkartenautomat am Wittinger Bahnhof.

Wittingen. Die Stadt Wittingen sollte grundsätzlich bereit sein, für Verbesserungen an den Bahnhofsgeländen in Wittingen und Knesebeck in Vorleistung zu gehen – das findet zumindest der Wirtschaftsausschuss, der am Donnerstagabend eine entsprechende Empfehlung verabschiedet hat.

Erste Bemühungen, mit Bordmitteln kleine Fortschritte zu erzielen, sind nicht von Erfolg gekrönt.

Da kann die Stadt vorschlagen, was sie will – mit der DB kommt sie bislang auf keinen gemeinsamen Nenner. Das alte, von der Bahn geschlossene Bahnhofsgebäude mieten und als echten Wetterschutz zur Verfügung stellen? Wird erst mal nichts, weil das Verkehrsunternehmen eine für den Geschmack der Verwaltung zu hohe Miete will. Den Fahrkartenautomaten überdachen, damit die Tickets beim Ziehen im Regen nicht gleich aufweichen? Die DB will da nichts unternehmen. Bauhofmitarbeiter auf eigene Kosten zwischen die Gleise schicken, um mal mit den dort wuchernden Bäumen aufzuräumen? Geht nicht, weil die Stadtangestellten dafür eine Zertifizierung bräuchten.

Doch immerhin: In den Gesprächen mit den Bahn-Verantwortlichen hat sich herauskristallisiert, dass die Stadt sich durchaus an Planungskosten beteiligen dürfte, damit die Anpassung der Bahnhöfe an moderne Bedürfnisse am Ende etwas schneller geht. Bis 2017 wolle die Bahn nichts in den Wittinger Bahnhof investieren, sagte der Ausschussvorsitzende Uwe Hoppmann (CDU). Das wären knapp drei Jahre, nachdem Ende 2014 die neue Regio-Bahn anrollen soll.

Neuer Wein in alten Schläuchen – neue Züge vor viel zu flachen Bahnsteigen – das will man in der Stadtpolitik nicht. Der Ausschuss sprach sich unisono für möglichst frühzeitiges Anschieben von Verbesserungen aus. Zur Not eben auch mit städtischen Mitteln, auch wenn es um Investitionen geht, die eigentlich gar nicht zum Verantwortungsbereich der Stadt gehören.

Hans-Jürgen Schindler (SPD) konnte sich sogar vorstellen, Geld für einen Kauf des Wittinger Bahnhofsgebäudes in die Hand zu nehmen. Dr. Thomas Weiland (FWG) warnte derweil davor, „noch mehr Gebäude unterhalten zu müssen“. Wenn, dann könne es nur um einen Abriss gehen, um auf dem Gelände an den Gleisen Platz zu schaffen. So ist es bereits in Knesebeck geplant, wo der Privateigentümer der Bahnhofsruine verkaufsbereit ist. Ein Ansatz von 50 000 Euro für diese Immobilie fließt in die anstehenden Haushaltsberatungen ein.

Wie hoch das finanzielle Engagement der Stadt für Planungsleistungen ausfallen soll, wurde nicht festgelegt. Die Verwaltung wird diese Frage nun zunächst mit der DB sondieren müssen.

Bürgervertreter Jörg Friedrichs regte darüber hinaus an, mit einer Do-it-yourself-Lösung eine Überdachung für den Fahrkartenautomaten zu schaffen – vielleicht mit einem ausrangierten Buswartehäuschen. Vertieft wurde dieser Ansatz nicht – Friedrichs kündigte an, an der Sache „dranzubleiben“.

Von Holger Boden

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