„Die Feisten“ sind gerade auf der Überholspur – und kommen am 24. Februar nach Wittingen

„Ziehen an Vergangenheit vorbei“

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Die Feisten: Mathias „C.“ Zeh (l.) und Rainer Schacht. Ihr Comedy-Gesang findet gerade bundesweit immer mehr Anhänger.

Wittingen. Das Trio „Ganz schön feist“, das von 1989 bis 2013 die Bühnen der Republik eroberte, ist schon heute legendär.

Eine lebende Legende, wenn man so will, denn unter dem Namen „Die Feisten“ schreiben Rainer Schacht und Gründungsmitglied C. seit vier Jahren als Duo die Geschichte des bassgetriebenen, multiinstrumentalen Song-Comedy-Ensembles fort.

Das macht dem Publikum und den Kritikern so viel Spaß, dass C. (mit bürgerlichem Namen: Mathias Zeh) und Schacht inzwischen erneut Preise abräumen und in der öffentlichen Präsenz gerade noch mal einen drauflegen gegenüber den „Ganz schön feist“-Zeiten. Humor, skurrile Alltagsgeschichten, unvorhersehbare Überraschungen, das Ganze auf einem professionellen musikalischen Fundament – all das gibt’s auf Einladung des Kulturvereins am 24. Februar nun auch in der Wittinger Stadthalle, „die feisten“ präsentieren dort ihr „Nussschüsselblues“-Programm. Zur Verkürzung der Wartezeit beantwortet Rainer Schacht ein paar Fragen, die IK-Redakteur Holger Boden ihm gestellt hat.

IK-Interview

IK: Schwerter Kleinkunstpreis, Deutscher Kleinkunstpreis, Sonnenkönige von Hachenburg – welche Ziele hat man da noch?

Rainer Schacht: Kurzfristige Ziele verfolgen wir eigentlich nicht. Vieles – so wie die Kleinkunstpreise – fliegt uns dann einfach zu. Das ist natürlich kein Zufall, sondern stützt sich auf ein liebevolles – manchmal mühevolles – Arbeiten an den Songs und am Programm.

IK: Welchen Stellenwert hat der Auftritt in Wittingen für „Die Feisten“?

Schacht: Ein langfristiges Ziel war es, neue Spielstätten zu erobern. Wittingen ist ein Debüt, das ist immer etwas ganz Besonderes.

IK: Erst gab es über 20 Jahre „Ganz schön feist“, nun seit 2013 „die feisten“. Täuscht der Eindruck, dass die zweite Inkarnation der Band gerade dabei ist, mit der ersten in Sachen Popularität mindestens gleichzuziehen?

Schacht: Nein, der Eindruck täuscht nicht. In Sachen Zuschauerzuspruch ziehen wir gerade an unserer eigenen Vergangenheit vorbei.

IK: Wie wichtig ist für „Die Feisten“ die digitale Welt? Geht heute nichts mehr ohne YouTube?

Schacht: Youtube und Facebook-Veröffentlichungen sind Grundpfeiler unserer Entwicklung. Ohne die beiden müssten wir ganz andere Wege suchen.

IK: Was ist eigentlich erfüllender: eine gelungene Persiflage wie „Kriech nich da rein“ (im Original „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens) oder etwas schönes komplett Selbstgeschriebenes?

Schacht: Wenn es sitzt, passt, wackelt und Luft hat, dann ist auch eine Persiflage oder eine umgetextete Coverversion für sich erfüllend. Doch ohne die Kreation von hauptsächlich eigenen Liedern wären wir nicht zufrieden und glücklich.

IK: Woher kommt die Inspiration für Ihre Songs? Wie gebiert man skurrile Ideen wie den „Nussschüsselblues“? Beim Essen? In der Kneipe? Im Wartezimmer des Hausarztes?

Schacht: Es gibt so viele „Startpunkte“ für einen gelungenen Song: Man setzt zum Beispiel auf einen getrommelten Rhythmus einen gestammelten Zungenbrecher wie das Wort „Nussschüsselblues“. Wenn man sich dann dabei gründlich verheddert, ist man auf einem guten Weg für eine gute Grundidee. Um daraus eine ganze Geschichte werden zu lassen, braucht es dann manchmal monatelange Arbeit.

IK: Gibt es auf der aktuellen Tour auch was aus dem „Ganz-schön-feist“-Repertoire?

Schacht: Ja, es gibt immer einige „Ganz-Schön-Feist“-Songs im neuen Gewand. Die „alten“ müssen jeweils aus einer Trio- in eine Duo-Besetzung umgeschrieben werden. Auch werden GSF-Songs textlich aktualisiert und musikalisch ganz neu präsentiert.

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