Ortsvorsteher moniert Zustand der Seitenräume

Zasenbeck: Kritik an sorglosem Umgang mit Wirtschaftswegen

Durch sorglosen Umgang und schwere Geräte werden Seitenräume von Wirtschaftswegen laut Zasenbecks Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert besonders beschädigt.
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Um Zasenbeck sind die Seitenräume zahlreicher Wirtschaftswege beschädigt.
  • Paul Gerlach
    VonPaul Gerlach
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Zasenbeck – „Dieses Vorgehen muss man nicht hinnehmen“, sagt Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert, der sich generell für mehr Sorgsamkeit und Rücksichtnahme im Umgang mit öffentlichem Eigentum ausspricht. In Zasenbeck ist eine Rübenmaus mitten durch den Straßengraben gefahren (siehe Foto), um Rüben abzutransportieren. Sie hätte an anderer Stelle auf das Feld fahren können, aber dieses war frisch eingesät gewesen, sodass der Fahrer das Saatgut nicht beschädigen wollte. Gauert ärgert sich – nicht nur in diesem Fall – über die in den Seitenräumen verursachten Schäden: Schließlich müssten für Reparaturen Steuergelder in die Hand genommen werden. Dennoch würden sich Leute immer wieder darüber hinwegsetzen und im Zweifel eher mit dem öffentlichen Allgemeingut sorglos umgehen als mit Privatbesitz. „Das ist nicht in Ordnung.“

An der Kiesgrube am Teschendorfer Weg sei zuletzt über Wochen Kies abgefahren worden, so Gauert. Ein Problem bei Begegnungsverkehr sei, dass die Straße schmal sei. Muldenkipper würden bei Leerfahrten die Bankette „in Grund und Boden“ fahren. Gauert hätte sich von der zuständigen Firma daher gewünscht, dass diese Schilder mit der Aufschrift „Verschmutzte Fahrbahn“ aufstellt. „Es ist eine öffentliche Straße“, betont Gauert. Da gehöre es sich, dass man pfleglich damit umgeht, und im Falle von Verschmutzungen, diese zeitnah beseitigt. Die Firma sehe er da in der Verantwortung –nicht das Unternehmen aus Ohrdorf, das mit den Transporten in Sachen Kiesgrube beauftragt worden sei.

Darüber hinaus hat Gauert auch mit Traktorfahrern gesprochen, um Absprachen zu treffen, dass der Schwerlastverkehr aus dem Ort rausgehalten wird, dass dafür ausgelegte Verbindungen wie der Alte Postweg genutzt werden und dass die Seitenräume geschont werden. Diese Regelung habe aber nur einen Tag lang gehalten, bedauert Gauert. „Man kann so nicht mit öffentlichen Geldern umgehen“, sagt er. Es geht ihm darum, ein Problembewusstsein dafür zu schaffen, und darum, wachzurütteln. Auch durch den Maschinenring Aller-Ohre in Gifhorn geschehe trotz seiner gestellten Anfrage bei der Gesamt-Thematik nichts, sagt Gauert. „Jeder Einzelne ist gefragt, Verantwortung zu übernehmen.“ Der Ortsvorsteher will im neuen Jahr mit dem Thema an die Stadtverwaltung herantreten.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter kann die von Gauert erhobene Kritik in Sachen kaputt gefahrene Seitenräume nur unterschreiben. Das sei nicht nur ein Zasenbecker, sondern ein generelles Problem, Dauerthema und Ärgernis – insbesondere im Kurvenbereich von Wirtschaftswegen. Die Drei-Achser würden dort alles kurz und klein fahren. Die Stadt sei für die Unterhaltung zuständig, habe aber nur ein gewisses, begrenztes Budget von rund 600 000 Euro, das aber längst nicht für alle schadhaften Stellen ausreiche. Damit könne man nicht das gesamte Wegenetz abdecken. Und: „Die Schäden nehmen zu“, betont Ritter. Die Wege würden diese Belastung nicht aushalten, die landwirtschaftlichen Geräte seien über die Jahre immer schwerer geworden. 40-Tonnen-Lkw kommen noch hinzu.

Die im Volksmund grünen Planwege genannten befestigten Wege mit ihrem Sand-Unterbau seien für diese Belastungen nicht geplant und ausgelegt worden, sagt Ritter. „Die Fahrbahnen geben es nicht her.“

Die Verwaltung sei wegen des Themas mit den Ortsvorstehern und Landwirten in einem ständigen Austausch, sagt der Stadtbürgermeister. Die Stadt habe die Verkehrssicherungspflicht, aber neue Wege zu bauen oder Asphaltdecken auf bestehende draufzuschichten, sei eine freiwillige und keine Pflichtaufgabe.

Ritter kann Gauerts Aufruf daher unterstützen, jeder Bürger, insbesondere die Landwirte und Lohnunternehmer, solle darauf achten, die Seitenräume pfleglich zu behandeln.

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