„Ein beruhigendes Hoffnungszeichen“

Zasenbecker musizieren jeden Tag im Vorgarten für ihre Mitmenschen

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Im Teschendorfer Weg in Zasenbeck wird musiziert. Mit dem erforderlichen Mindestabstand hören die Nachbarn zu. Auch Nachbarin Britta-Marie Behn hat das Foto mit dem erforderlichen Abstand am Donnerstagabend aufgenommen.

Zasenbeck – Um 19 Uhr erklingen die erste, zweite und siebte Strophe von „Der Mond ist aufgegangen“ im Teschendorfer Weg in Zasenbeck. Barbara und Andreas Salefsky gehen jeden Abend in ihren Vorgarten um gemeinsam mit zwei Nachbarn Musik zu spielen.

Die Salefskys spielen Posaune, eine Nachbarin Flöte, der andere Nachbar Trompete. Und das kommt gut an, wie Andreas Salefsky auf IK-Anfrage bestätigt: „Wir kriegen schon einen positiven Rücklauf.“

Für die Famillie und die Nachbarn sei die das ganze bereits zu einem Abendritual geworden. Besonders die älteren Mitbürger würden sich freuen, dass man sich in dieser eingeschränkten Zeit wenigstens Mal abends auf der Straße sehen würde. „Im Anschluss kann man über 20 oder 30 Meter auch ein paar Gespräche führen“, erzählt Salefsky. Seine Tochter, die ebenfalls im Ort lebt, macht ein paar Straßen weiter ebenfalls Musik. Auch wenn man das bei den Eltern nicht mehr unbedingt hört. „Wenn Westwind weht, trägt die Musik weiter ins Dorf“, sagt Salefsky. Zudem haben Posaune und Trompete ja auch etwas mehr Kraft, erklären die Eheleute, die normalerweise im Posaunenchor ihr Können zum Besten geben.

Die paar Minuten, die jetzt jeden Abend gespielt werden, haben zudem einen weiteren praktischen Effekt, wie Andreas Salefsky schmunzelnd verrät: „Da rostet die Posaune nicht ein.“ Und neben der Schreibtischarbeit und anderen Dingen, die man daheim erledigen kann, will die Familie auch ihr Hobby weiterhin ausleben. Außerdem kommen so die Menschen dann auch nach draußen. Die ersten Zuhörer warten dann schon meist auf das Kurz-Konzert. Für die Osterzeit haben sich die aktiven Musiker auch schon etwas überlegt. Karfreitag soll es eine passende Melodie geben, über die Ostertage sollen fröhliche Melodien erklingen. „Musik ist ein beruhigendes Hoffnungszeichen“, findet Andreas Salefsky.

VON MAX A. MORRISON

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