Infiziert und genesen

Der Zasenbecker Karl-Heinz Gauert hatte Corona – er trägt weiter Maske

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Corona-Infektion überstanden, aber die Maske immer dabei: Karl-Heinz Gauert.

Zasenbeck – 126 Corona-Erkrankte sind bisher im Landkreis Gifhorn registriert worden – ein erfreulicher Wert, wenn man das in diesem Zusammenhang sagen darf, denn er ist vergleichsweise niedrig.

Was bei 175 000 Einwohnern aber auch dazu führt, dass nicht jeder jemanden kennt, der sich mit dem Virus angesteckt hat. Ein Corona-Fall aus dem Wittinger Stadtgebiet ist der Zasenbecker Ortsvorsteher Karl-Heinz Gauert – oder besser: Er war es. Gauert ist von der Infektion genesen.

Der Zasenbecker sagt, dass er sich das Virus wohl vor dem Lockdown gefangen hat: „Das war vor dem 14. März. Da hatte ich zwei Stunden lang Kontakt mit einer Person, die infiziert war.“ Was er zu dem Zeitpunkt freilich nicht wusste.

Doch zwei Tage nach diesem Treffen setzte bei Gauert Fieber ein. „Das ging bis 38.7 Grad hoch“, berichtet er. „Ich bin den ganzen Tag mit dem Fieberthermometer rumgelaufen.“ Das Schlimmste sei aber eine enorme Schlappheit und Übelkeit gewesen: „Als hätte man etwas Schlechtes gegessen.“ In der Tat ließ ihn sein Zustand an eine Art Lebensmittelvergiftung denken. Bis auf etwas trockenen Husten habe es keine weiteren Symptome gegeben. Zum Arzt sei er nicht gegangen, sagt Gauert, Jahrgang 1948: „Ich bin einfach erst einmal zu Hause geblieben.“

Nach vier Tagen sei das Gröbste überstanden gewesen. Als die Symptome vorbei waren, rief tags darauf das Gesundheitsamt an – über die inzwischen als infiziert ermittelte Kontaktperson führte eine Spur zu Gauert. „Für einen Test war es da zu spät“, erzählt der Zasenbecker, der auch im Stadtrat sitzt. „Ein Abstrich hätte keinen Sinn mehr gemacht, wurde mir erklärt.“

Für rund 40 Euro hat er dann beim Hausarzt einen Antikörper-Test machen lassen, das musste er selbst bezahlen. Dieser Test war positiv. „Ich kann jedem, der Symptome hatte, nur zu diesem Test raten“, sagt Gauert. „Man lebt dann wieder unbeschwerter.“ Damit spielt der Zasenbecker auf die Annahme an, dass nach überstandener Infektion Immunität eintritt. Als völlig gesichert gelte das allerdings nicht, hatte die Weltgesundheitsorganisation Ende April gewarnt.

Gauert will sich denn auch weiter an Abstandsregeln halten, er trägt im Alltag einen Mund-Nasen-Schutz, auch als Zeichen an seine Umgebung. Von allzu starken Lockerungen im öffentlichen Leben hält er nichts, der bei Demonstrationen geforderte Laissez-faire-Ansatz sei der falsche Weg: „Freiheit heißt Verantwortung.“ Er plädiert aber dafür, dass man Nachbarn und Verwandte in einem vernünftigen Maß das Zusammenkommen gestattet: „Da sollte man den Menschen Vertrauen schenken.“

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