Trübe Zeiten für Langfinger

Zahl der Wohnungseinbrüche im Kreisgebiet Gifhorn stark rückläufig

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Etwas Positives hat die Corona-Pandemie: Die Zahl der Einbrüche geht zurück.

Wittingen/Gifhorn – Die Corona-Pandemie macht Einbrechern einen Strich durch die Rechnung und verändert auch die Welt des Verbrechens.

In Zeiten von Homeoffice und häuslicher Quarantäne haben die Wohnungseinbrüche und Pkw-Diebstähle im Kreisgebiet seit Mitte März abgenommen.

Thomas Reuter, Gifhorner Polizeisprecher.

„Wir können einen signifikanten Rückgang von Einbruchsdelikten, vor allem der Wohnungseinbrüche, feststellen“, sagt Thomas Reuter, Sprecher der Polizeiinspektion Gifhorn. Er vermutet, dass dafür die geschlossenen Grenzen verantwortlich sind, die es professionellen Banden unmöglich machen, nach Deutschland zu kommen. Dazu komme, dass die Menschen mehr Zeit in den heimischen vier Wänden verbringen oder im Homeoffice arbeiten. „In normalen Zeiten verzeichnen wir jede Woche mehrere Einbrüche. Im Moment überhaupt keine mehr“, so Reuter.

Die Ordnungshüter sind demnach stark damit ausgelastet, die Einhaltung der Corona-Rechtsverordnung zu kontrollieren. „Wenn die Kontaktbeschränkungen gelockert werden, müssen wir verstärkt darauf achten, dass die Auflagen eingehalten werden“, so Reuter.

Betrüger haben derweil ihr Geschäft stärker ins Internet verlagert. Dort blühen neue Betrugsmaschen. „So hat der Betrug mit Födergeldern, Krediten und Anträgen auf staatliche Unterstützung stark zugenommen“, weiß Reuter. Der Kriminalstatistik der Polizeiinspektion Gifhorn ist zu entnehmen, dass sich die Fälle im Deliktbereich der Internetkriminalität schon von 2018 auf 2019 mehr als verdoppelt hatten.

Auch Delikte von Ladendieben sind enorm rückläufig, stattdessen habe zum Beispiel der Betrug beim Kleinanzeigenportal „ebay“ zugenommen. „Wir können immer nur darauf hinweisen, sehr sensibel mit persönlichen Daten umzugehen und wachsam zu sein“, so der Polizeisprecher. Vermeintlich sehr günstige Angebote sollten kritisch hinterfragt werden.

Auch die Betrügereien im Zusammenhang mit den sogenannten „Enkel-Trick“ verharrten auf einem hohen Niveau. Die Täter geben sich beispielsweise als infizierte Enkel aus, um an das Geld oder die Wertsachen ihrer Opfer zu gelangen. „Die Betrüger und Langfinger sind kreativer und findiger geworden. Wir rechnen allerdings damit, dass die üblichen Delikte wie Einbrüche wieder zunehmen werden, wenn mehr Normalität zurückkehrt“, so Reuter.

Weitere aktuelle Tipps sind unter der Internet-Adresse www.lka.polizei-nds.de erhältlich.

VON NICOLE LÜTKE

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