Zahl der Bedürftigen steigt

Tafel-Vorsitzende Steffi Mühlbach (4.v. l.) und Stellvertreter Bernd Krispin mit einigen ehrenamtlichen Helferinnen.

Wittingen - Von Sabine Peter. Die Zahl der Bedürftigen, die die Wittinger Tafel in Anspruch nehmen, steigt. „Es kommen kontinuierlich immer mehr Menschen zu uns“, berichtet die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins, Steffi Mühlbach. Besonders Einzelpersonen würden verstärkt das Angebot in der Achterstraße nutzen.

In der Mitte des Monats werde das Geld bei den Betroffenen knapp, merken Mühlbach und Bernd Krispin an. Letzterer agiert neuerdings neben Bruno Hudizeck auch als Stellvertreter der Vorsitzenden. „Die Schere zwischen arm und reich geht immer weiter auseinander“, sagt Krispin. „Die Politik macht etwas falsch“, findet Steffi Mühlbach. Hartz IV gehe in selber Summe an Jugendliche, die noch nie gearbeitet haben und an Erwachsene, die hingegen Jahre lang angestellt waren. „Jugendliche müssen schon in den Familien lernen, dass man etwas tun muss, um Geld zu bekommen“, sagt sie. Die Politik fördere bei vielen die Bequemlichkeit. Kinder, die in Hartz-IV-Familien aufwachsen, würden zum größten Teil später selbst Empfänger des Arbeitslosengeldes werden. Ein Teufelskreis. „Selbstwertgefühl und Stolz gehen verloren“, bedauert Mühlbach.

„Die Tafel kann den Menschen direkt helfen“, sagt Krispin. Nicht nur mit Nahrungsmitteln. Auch die Gespräche untereinander und mit den Tafel-Mitarbeitern würden den Bedürftigen gut tun, die meist kein soziales Umfeld haben. „Hier werden sie wie Menschen behandelt, das fehlt woanders“, erzählt Krispin. Die kleine Boutique mit Kleidung, Schuhen, Spielen und Büchern wächst stetig an und wird gern genutzt.

Hinter dem funktionierenden Verein steht eine 15-köpfige Truppe ehrenamtlicher Helfer, die viele Stunden in der Woche die Lebensmittel zur Tafel bringen, auspacken und ausgeben. 41 Kisten waren gestern zu bewältigen. Mühlbach freut sich über ihre „tolle Truppe“, die einen guten Zusammenhalt hat.

Die Wittinger Tafel sucht trotzdem dringend weitere ehrenamtliche Helfer, bestenfalls mit Führerschein und der Fähigkeit, mit einem Autoanhänger fahren zu können. Zudem würde sich die Tafel sehr über einen gespendeten weiteren Kühlschrank freuen, der für die Aufbewahrung der Lebensmittel benötigt wird, sagt Mühlbach.

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