Wolf-Ingo Bellin und Friedrich O. Winkelmann kritisieren Verfahren bei neuer Straßenbeleuchtung

Lichtwahl mit Bürgerbeteiligung?

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Wolf-Ingo Bellin (r.) und Friedrich O. Winkelmann fordern Expertenrat bei der Lampenwahl.

Wittingen. Wittingens neue Straßenbeleuchtung steht in der Kritik. Dabei geht es nicht um die Tatsache, dass moderne LED-Leuchten mit deutlich geringerem Verbrauch eingesetzt werden, sondern um die genauen Spezifikationen dieser Leuchtmittel.

Das Ortsratsmitglied Wolf-Ingo Bellin (CDU) moniert, das Auswahlverfahren sei „intransparent“ gewesen.

Das Ziel der Stadt Wittingen: die komplette Straßenbeleuchtung sukzessive erneuern und mit energiesparenden LEDs zukunftsfähig machen. Dafür gibt es Fördermittel aus dem Jülich-Programm. Einige Straßenzüge haben den Austausch der Leuchtmittel schon hinter sich.

„Die Leuchten sind zum Teil zu grell und blenden“, findet Bellin. „Es wirkt, als ob einem dauernd Autofahrer entgegenkommen.“ Entsprechende Beschwerden seien ihm auch aus der Bürgerschaft bekannt. Er selbst habe sich eine intensivere Auseinandersetzung mit der Materie im Ortsrat und in den Ausschüssen gewünscht: „Da geht es um komplexe Technik, da müsste man einen Fachplaner einschalten.“ Dies sei auch Beschlusslage im Ortsrat gewesen – in der Tat steht es so im Protokoll der Sitzung vom 19. November.

Zustimmung bekommt der Ortspolitiker von Friedrich O. Winkelmann, Bürgervertreter im Wirtschaftsausschuss. Der findet ebenfalls, das bisherige Verfahren sei „intransparent“. Anträge zur Straßenbeleuchtung, die er als Bürgervertreter gestellt habe, seien nicht auf die Tagesordnung gekommen. Er habe bereits seit 2010 dafür geworben, ein Konzept zu entwickeln.

Aus dem Rathaus heißt es dazu, die Ortspolitik und insbesondere der Ortsbürgermeister seien eingebunden gewesen in die Auswahl der neuen leuchten. Rückmeldungen aus der Bevölkerung seien „mehr positiv als negativ“. Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann (SPD) verweist darauf, dass die bereits neu bestückten Straßenzüge vor dem Votum vom 19. November fertig gewesen seien. Einen Fachplaner könne der Ortsrat ohnehin nur empfehlen – „entscheiden tun das andere“.

Als Grundlage künftiger Entscheidungen dient laut Trautmann ein für heute, 18 Uhr, anberaumtes Treffen von Ortsbürgermeistern und Ortsvorstehern aus dem Stadtgebiet in der Barkhausenstraße. Dort sind die Straßenlaternen mit verschiedenen Musterleuchten ausgestattet worden, dort sollen Vor- und Nachteile sowie Geschmacksfragen erörtert werden. „Mit dem Ergebnis des Treffens gehen wir dann in den nächsten Ortsrat“, sagt Trautmann. Der Termin werde wohl Anfang März sein.

Uwe Hoppmann (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, sagt zu den laut Winkelmann nicht berücksichtigten Anträgen: „Mir ist das nicht bekannt.“ Aus seiner Sicht sei alles korrekt gelaufen: Der Bauausschuss habe die Verwaltung ermächtigt, die geeignete Technik auszuwählen, der Wirtschaftsausschuss habe dieses Vorgehen bestätigt. Der Bauausschuss-Vorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD) war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bellin und Winkelmann geben an, ihr Ziel sei es nun, dass die noch ausstehenden Straßenzüge die aus ihrer Sicht „richtigen“ Lampen bekommen. Ihre Forderung: In die Auswahl bei der Bemusterung sollten die Bürger eingebunden werden.

Die Probeleuchten in der Barkhausenstraße bleiben nach Angaben der Verwaltung noch etwa zwei Wochen installiert, dann werden sie vorübergehend noch einmal durch alte Natriumdampflampen ersetzt. Für die endgültige Neubestückung soll nächste Woche die Ausschreibung erfolgen. An der Reihe sind neben großen Teilen der Wittinger Nordstadt auch einige Dörfer des Stadtgebietes.

Von Holger Boden

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