Wohin mit dem Kehricht?

Wittingerin sauer auf die Stadt, weil Straßendreck nicht in die öffentlichen Mülleimer soll

Der Mülleimer des Anstoßes: Der Abfallbehälter an der Bushaltestelle am Hindenburgwall ist nicht für Straßenkehricht gedacht, heißt es aus dem Rathaus.
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Der Mülleimer des Anstoßes: Der Abfallbehälter an der Bushaltestelle am Hindenburgwall ist nicht für Straßenkehricht gedacht, heißt es aus dem Rathaus. 

Wittingen. Wohin mit dem Kehricht und dem Müll, wenn man fertig ist mit dem Straßefegen? Diese Frage stellt sich für die Wittingerin Anette Drangmeister, seit sie von der Stadt Wittingen einen Brief bekommen hat, in dem stand, sie dürfe dafür nicht den „städtischen Abfallbehälter“ nutzen.

Drangmeister, die am Hindenburgwall wohnt, ist sauer und fühlt sich in ihrer Anliegerpflicht zur Straßenreinigung demotiviert. Aus dem Rathaus heißt es auf Nachfrage, die Mülleimer am Straßenrand seien in der Tat nicht dafür gedacht, den Schmutz aus der Gosse aufzunehmen.

Das Schreiben erreichte Drangmeister schon im Juni. Sie sei „beobachtet“ worden, wie sie „Gartenabfälle und Kehricht“ in den Müllbehälter getan habe, den die Stadt an der Bushaltestelle vor ihrer Haustür aufgestellt hat. „Da verliert man die Lust“, meint die Wittingerin, die angibt, sich seit 30 Jahren um die Straßenreinigung zu kümmern. Die Entsorgung eigener Gartenabfälle im städtischen Mülleimer bestreitet sie entschieden, den Kehricht nicht.

Andreas Ritter vom Hauptamt der Stadt Wittingen sagt auf IK-Anfrage, Kehricht müsse jeder Anlieger laut Straßenreinigungssatzung selbst entsorgen: „Die Abfallbehälter sind dafür nicht da.“ Für die Mitarbeiterinnen der städtischen Grünanlagenpflege sei die Entsorgung der Mülleimerbeutel zudem sonst ein echtes Problem – die schwere Mixtur von der Straße aus Sand, Eicheln und anderen Dingen sorge dafür, dass die Beutel reißen.

Drangmeister macht derweil geltend, dass sie eben nicht nur Sand und Blätter auf der Schaufel habe, wenn sie gefegt hat: „Hier an der Bushaltestelle liegt immer jede Menge Müll – Kippen, Plastik, Tabletten, Spritzen.“ Mit diesem Abfall fühle sie sich allein gelassen, wenn sie den nicht in den städtischen Behälter entsorgen dürfe: „Das ist doch nicht mein Müll, oder sehe ich das verkehrt?“

Einmal pro Woche, immer freitags, ist Leerung. Drangmeister fragt sich, ob nicht vielleicht Extra-Behälter für Kehrreste aufgestellt werden sollten, wenn die Mülleimer dafür nicht ausgelegt sind. Ritter sagt unterdessen, über die Nutzung der Mülleimer für vereinzelte Plastikabfälle oder anderen Unrat, der sich an der Bushaltestelle anfindet, könne man reden – über den eigentlichen Kehricht aus Sand, Blättern, Eicheln etc. jedoch nicht. „Das muss man selbst entsorgen, und da greift nicht das Argument, dass das alles auf städtischem Grund gelegen hat.“

Von Holger Boden

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