Nachwuchs-Designerin Eva Müller zeigt Kollektion bei Berlin Fashion Week

Wittingerin bringt Mode auf Laufsteg

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Models präsentieren im Rahmen der Berlin Fashion Week Stücke aus Eva Müllers Kollektion „Colorblind“. Die aus Wittingen stammende Nachwuchs-Designerin steht für einen reduzierten Ansatz.

Wittingen – Die Berlin Fashion Week – das ist der größte Mode-Event im deutschsprachigen Raum. Jetzt durfte eine junge Mode-Designerin, die aus Wittingen stammt, dort Models mit ihren Kreationen auf den Laufsteg schicken.

Eva Müller bekam dank eines Stipendiums die Gelegenheit, zusammen mit den 40 besten Absolventen Deutschlands der letzten fünf Jahre auf der international beachteten Schau ihre Kollektion zu präsentieren.

Meine Oma war Schneiderin, da habe ich mit sechs Jahren angefangen zu nähen.“Eva Müller, Designerin

Das passierte bei der „NEO.FASHION“, einer speziellen Show für Nachwuchsdesigner im Rahmen der Fashion Week. „Es war ein wahnsinnig schöner, aufregender und wichtiger Abend mit viel Medientrubel“, berichtet die 24-Jährige. „Sogar die Vogue hat vorbeigeschaut. Ich bin sehr stolz, als Wittingerin dabei gewesen zu sein.“

Eva Müller hat 2013 ihr Abitur am Hankensbütteler Gymnasium gemacht und begann im Jahr darauf ihr Modedesign-Studium in Berlin. Nach ihrem Abschluss 2017 zog es sie nach London, wo sie für verschiedene Labels arbeitete. Das Stipendium war dann ein guter Grund für die Rückkehr in die Bundeshauptstadt.

Müllers Weg in die Modebranche begann eigentlich schon im frühen Grundschulalter: „Das ist mir in die Wiege gelegt. Meine Oma war Schneiderin, da habe ich mit sechs Jahren angefangen zu nähen. Und mit 13 habe ich die ersten eigenen Taschen verkauft.“ Die handwerklichen Fähigkeiten, die sie bei ihrer Großmutter erlernt hat, sind für die 24-Jährige heute ein großer Vorteil: „Ich nähe alles selbst.“

In Berlin präsentierte die junge Designerin nun ihre Kollektion „Colorblind“. Dass das, was auf Laufstegen zu sehen ist, für Normalverbraucher oft ein wenig schräg wirkt, ist der 24-Jährigen bewusst. Müller sagt aber von sich: „Ich bin jemand, der recht tragbare Sachen entwirft. In Berlin ist das durchaus anziehbar.“ Sie findet es gerade in Zeiten starker Konsumorientierung der Gesellschaft „wichtig, sich auf den Ursprung zu reduzieren“ und setzt daher auf puristische Ansätze und klares Design.

Der nächste Schritt soll für Eva Müller nun ein Masterstudium für Herrenmode in Berlin und London sein. Ihre nähere berufliche Zukunft sieht sie dann eher (in einem Atelier oder bei einem Modelabel) im Ausland. Der deutsche Markt sei da relativ eng, und: „Der Schritt in die Selbstständigkeit wäre doch sehr mutig.“

Kontakt nach Wittingen hat Eva Müller noch, ihre Familie wohnt hier, und sie genießt es, dem Trubel hin und wieder zu entfliehen: „Das ist ein sehr schöner Ausgleich – und auch sehr inspirierend.“

VON HOLGER BODEN

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