Großes Flug-Event: Weitstreckenclub lässt Tiere am Sonnabend in London starten

Wittinger Tauben bei Olympia

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Ernst Weishar, Mitglied des Wittinger Weitstreckenclubs, freut sich: Anlässlich der Olympischen Spiele starten jetzt zahlreiche Tauben des Vereins in der Nähe von London.

Wittingen. Bei den Olympischen Spielen in London gehen nicht nur Aktive aus mehr als 200 Ländern an den Start. Auch der Kreis Gifhorn entsendet Leistungssportler der besonderen Art.

Genauer gesagt sind es 80 Brieftauben des Wittinger Weitstreckenclubs (WSC) und von Gästen des Vereins. Die Tiere werden am kommenden Sonnabend am großen Olympia-Flug in der Nähe der britischen Hauptstadt teilnehmen.

Gestartet wird auf einer Wiese in Bovingdon, 30 Kilometer nordwestlich von London gelegen. Von dort werden die Wittinger Tauben die rund 720 Kilometer lange Strecke zurück in ihre heimischen Schläge antreten. Die Vögel haben einen inneren Kompass – sie orientieren sich auf ihrem Flug an den Magnetfeldern der Erde und kommen so immer zielsicher an.

Etwa 15 000 Marathon-Flieger aus mindestens 13 europäischen Sportverbänden beteiligen sich an dem Olympia-Flug. Für den WSC ist es der Höhepunkt der diesjährigen Wettflugsaison. Und so blickt Ernst Weishar, Vereinsmitglied aus Calberlah, dem Mega-Ereignis auch mit großer Vorfreude entgegen. „Wir fühlen uns mit dem olympischen Gedanken verbunden“, sagt er und verweist auf die aus vorchristlicher Zeit stammende Tradition, anlässlich Olympischer Spiele Tauben fliegen zu lassen. Die Tiere gelten als Symbol der Völkerverständigung und des Friedens.

Gestern wurden die Tauben in Wittingen eingesetzt. Das bedeutet, an ihrem Ring wurde ein Chip installiert, mit dem sie elektronisch erfasst wurden. Ihre Flugzeit wird dann per Computer ermittelt. Weishar schätzt, dass die Tauben für die Strecke aus England neun bis zehn Stunden benötigen werden. „Das kommt auf den Wind an“, erklärt er. Seite 3

Von Bernd Schossadowski

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