Reduzierte Öffnungszeiten, weil weniger Waren zur Verfügung stehen

Bei der Wittinger Tafel bleiben Regale leer

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Laura Osterloh-Gailliaert (v.r.), Thomas Finnern und Kerstin Gailliaert blicken gestern auf zum Teil leere Regale in der Ausgabestelle der Tafel. Von den reduzierten Öffnungszeiten sind auch Hankensbüttel und Brome betroffen. 

Wittingen/Hankensbüttel/Brome – Die Wittinger Tafel schränkt bis auf Weiteres ihre Öffnungszeiten ein, weil es an ausreichend Waren fehlt. Das betrifft auch die Ausgabestellen in Hankensbüttel und Brome.

„Die Durststrecke hält schon eine Weile an“, sagt die Vorsitzende Laura Osterloh-Gailliaert, „aber jetzt müssen wir die Reißleine ziehen.“ Die Tafel ist angewiesen auf das, was dem Verein an Lebensmitteln, die sonst meist im Müll landen würden, von Supermärkten zur Verfügung gestellt wird.

Und das ist momentan offenbar drastisch weniger als sonst, Osterloh-Gailliaert spricht von „50 Prozent, die fehlen“. Schatzmeister Thomas Finnern bestätigt: „Um diese Zeit ist es jedes Jahr etwas schwieriger, aber dieses Mal ist der Rückgang extrem.“ Die Vorsitzende beschreibt das Problem exemplarisch: Üblicherweise sei der Transporter nach einer Tagestour fast voll, jetzt habe sie auf der gesamten Tour aber nur rund 15 Kisten mit Obst und Gemüse eingesammelt: „Der Wagen war nicht einmal halb voll.“

Woran es genau liegt, dass weniger für die Tafel übrigbleibt, darüber hat man in Reihen des Vorstands keine konkreten Informationen, nur, dass es anderen Tafeln wohl ähnlich geht. Böser Wille dürfte es kaum sein, denn die Supermarkt- und Discounter-Ketten bekennen sich in der Regel gern zu einer Kooperation mit den Tafeln, das soziale Engagement trägt auch zur Image-Bildung bei.

Aber: Die Branche hat in den letzten Jahren ihre Logistik erheblich optimiert – und dadurch schrumpft bundesweit die Menge dessen, was übrigbleibt. Der Chef des Wittinger E-Centers, Walter Bock-Lühmann, kann allerdings keinen allgemeinen Trend bestätigen, wonach die Warenmenge, die sein Markt der Wittinger Tafel zur Verfügung stellt, abnimmt. Das könne aktuell auch Zufall sein, und generell unterstütze man die Tafel gern.

Eine Schelte für die Supermärkte ist für Osterloh-Gailliaert auch keineswegs ein Thema: „Wir sind Bittsteller, wir können keine Forderungen stellen.“

Ab der 6. Kalenderwoche (die am 4. Februar beginnt) gelten nach Angaben der Wittinger Tafel bis auf Weiteres folgende Ausgabezeiten:

Wittingen: Ausgabe für Migranten alle 14 Tage dienstags von 15 bis 16.30 Uhr, beginnend am 5. Februar. Ausgabe für Deutsche alle 14 Tage freitags von 15 bis 16.30 Uhr, beginnend am 1. Februar.

Hankensbüttel: Am 6. Februar keine Ausgabe. Danach alle 14 Tage mittwochs von 15 bis 16 Uhr, beginnend am 13. Februar.

Brome: Ausgabe alle 14 Tage donnerstags von 15 bis 16 Uhr, beginnend am 7. Februar.

Sobald sich die Lage entspannt, will die Tafel ihre Kunden informieren.

VON HOLGER BODEN

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