Trauer-Ort für betroffene Eltern

Wittinger Südfriedhof: Ein Platz für Sternenkinder

Metallsäule auf dem Wittinger Südfriedhof.
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Die Metallsäule prägt die Grabstätte für Sternenkinder auf dem Wittinger Südfriedhof.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – In Brome können Sternenkinder bestattet werden – ein IK-Artikel über diese neue Möglichkeit hat jetzt die Wittinger Kirchengemeinde St. Stephanus veranlasst, darauf hinzuweisen, dass es dieses Angebot für trauernde Eltern auch in Wittingen gibt.

Das sei nur noch nie so richtig publik gemacht worden, sagt Jürgen Wittpennig, der sich im Kirchenvorstand mit Friedhofsangelegenheiten befasst. Der Impuls sei seinerzeit von Pastorin Meike Drude gekommen, die seit einigen Jahren an neuer Wirkungsstätte in Soltau tätig ist.

Die Grabstätte für Sternenkinder – Kinder die vor, während oder bald nach der Geburt verstorben sind – befindet sich auf dem Südfriedhof unweit des Eingangs gleich neben der Kapelle. Ein trauriges Thema, auch für Friedhofswärter Wilfried Dürkop: „Das ist schon sehr emotional.“ Doch wie Wittpennig findet auch er es ungemein wichtig, dass betroffene Eltern eine Anlaufstelle haben.

„Diese Eltern sollen einen würdigen Platz vorfinden, an dem sie trauern können“, sagt Wittpennig. Eine Metallsäule, die für diesen Zweck gestiftet wurde, prägt die Grabstätte, neben einem Gedenkstein liegen Kuscheltiere. Von einer Sitzbank fällt der Blick auf fünf kleine Gräber, davon sind laut Dürkop vier in den letzten drei Jahren hinzugekommen.

Wie bei anderen Gräbern auch, ist die Ruhefrist auf 25 Jahre festgesetzt. Die Kirche bietet den Eltern die Grabstätte ohne Gebühr an. Kosten entstehen daher laut Wittpennig nur für das, was externe Dienstleister bei der Bestattung berechnen.

Die wenige Jahre alte Grabstätte für Sternenkinder ist nur eine von mehreren neuen Bestattungsformen, die die Kirchengemeinde auf dem Südfriedhof anbietet. Auf einer Fläche, wo es früher einmal Reihengräber gab, gibt es nun beispielsweise die Möglichkeit zur Urnenbestattung unter Bäumen. „Die ersten Bestattungen gab es dort schon“, sagt Wittpennig, der betont, dass auf dem Friedhof an der Straße nach Kakerbeck Angehörige aller Konfessionen ihre letzte Ruhe finden können.

Beim allgemeinen Trend dieser Zeit macht Wittingen keine Ausnahme: „Den meisten Familien geht es heute um pflegeleichte Gräber“, weiß Dürkop. Und die konventionelle Erdbestattung im Sarg mache nur noch einen kleinen Teil der Beerdigungen aus.

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