Wittinger Stadtbücherei steigert Ausleihe gegenüber 2012

Lesezahlen gehen nach oben

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Ellen Kübel zeigt Peter Rothe die Neuerwerbungen, die durch den Wunschzettelbaum möglich wurden.

Wittingen. Alle nur noch im Internet unterwegs? Oder mit der neuesten App beschäftigt? Falsch, die Ausleihzahlen der Wittinger Stadtbücherei sprechen eine andere Sprache.

Nach einem kleinen Zwischentief im Jahr 2012 hat sich im letzten Jahr der positive Trend der letzten sieben Jahre bei den Ausleihzahlen fortgesetzt.

15 330 Medien wurden 2013 ausgeliehen (2012: 14 696). Freilich: Nicht alles war Lesestoff, da auch Filme zum Repertoire der Bücherei gehören. Zieht man die 2798 DVDs ab, die die Besucher für bis zu 14 Tage mit nach Hause genommen haben, bleiben aber immer noch 12 532 Bücher und andere Printmedien, für die im letzten Jahr eine Ausleihe vermerkt wurde. 2012 belief sich diese Zahl auf 12 327. Vor allem Sach- und Kinderbücher wurden jetzt verstärkt nachgefragt.

Der „Leserekord“ von 2011 – 12 954 Titel – bleibt damit vorläufig unerreicht, doch die Gesamtzahl des Jahres 2013 ist die höchste in der Ausleihstatistik seit dem Jahr 2000. DVDs werden seit 2009 erfasst.

Den Tiefpunkt hatte die Zahlen 2006 erreicht – damals gingen nur 11 005 Titel über den Büchereitresen. „Das bedeutet bis heute eine Steigerung von etwa 40 Prozent“, freut sich der Erste Stadtrat Peter Rothe. „Das ist gegen den allgemeinen Trend positiv. Darauf können die Stadtbücherei und ihr Personal stolz sein.“

In der Tat ist viel getan worden, um die Bibliothek attraktiver zu machen. Das „Buch des Monats“ – inzwischen der „Autor des Monats“ – schafft Aufmerksamkeit bei Leseratten. Bei Büchereileiterin Ellen Kübel schnuppert schon der Lese-nachwuchs Bibliotheksluft, wenn einmal im Monat das Bilderbuchkino läuft. Zudem wurde ausgemistet, die Karteileichen unter den Büchern flogen aus den Regalen. Dafür wird das Sortiment stets sukzessive ergänzt, vor allem auch im Jugendbereich. Dabei hilft auch die „Wunschzettelbaum“-Aktion, mit der die Leser ihre Bücherei unterstützten, und bei der im Dezember 655 Euro zusammenkamen (Vorjahr: 565 Euro). Ein wichtiger Grund für steigende Leserzahlen ist – da sind Rothe und Kübel überzeugt – auch die deutliche Erweiterung der Öffnungszeiten. Am 1. August letzten Jahres wurde noch einmal ein Sprung von 17 auf 25 Stunden pro Woche gemacht. Zudem sind die Öffnungszeiten jetzt „klarer“, also nicht mehr so zerfasert, und damit leichter zu merken.

Die neuen Zeiten kommen auch der benachbarten Schule entgegen. Kübel registriert das: „Von der Schule wird die Bücherei jetzt stärker genutzt.“ Gemeinsam mit Rothe ist sie nun gespannt auf die Jahresstatistik 2014, in der sich dann zum ersten Mal über volle zwölf Monate die umfangreichere Öffnung widerspiegelt. Die Ausleihzahlen für das Medienzentrum des Landkreises, das im August bei der Stadtbücherei eingezogen ist, werden vom Kreis separat erfasst.

Die Bücherei hält derzeit 10 900 gedruckte Werke und 334 Filme auf Silberscheibe vor. Rein statistisch ist also ziemlich genau jedes Medium im letzten Jahr einmal ausgeliehen worden. Für die 2013er Zahlen waren 646 registrierte Leser verantwortlich (2012: 646). Bei dieser Zahl ist für die Wittinger noch Luft nach oben: Im Jahr 2002 wurden 1020 „Kunden“ gezählt.

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