Brauerei meldet Erfolge beim Handel

Wittinger sieht sich auf gutem Weg

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Offene Vergärung bei der Wittinger Privatbrauerei.

Wittingen. Ein dramatisch verändertes Marktumfeld mit starkem Preisverfall, deshalb eine strategische Neuausrichtung mit umfangreichen Investitionen – und dafür nötigen Einschnitten an anderer Stelle:

Mit dieser Wirkungskette begründete die Privatbrauerei Wittingen im März betriebsbedingte Kündigungen und Kürzungen. Jetzt, ein halbes Jahr später, sieht das Unternehmen sich in wirtschaftlicher Hinsicht auf einem guten Weg.

Laut Vertriebs- und Marketingdirektor René Hagemann ist es gelungen, das neue Sortiment – unter anderem Wittinger Weizen und Radler – bei mehreren großen Handelspartnern zu platzieren. „Das hilft uns immens“, sagt Hagemann, „das kurbelt den Verkauf an.“ Unter anderem sei man nun bis in den Landkreis Lüneburg im Supermarktregal vertreten.

Für den neuen Markenauftritt soll Wittinger ab dem Frühjahr in neuen Kisten präsentiert werden. „Eine große Investition“, sagt Hagemann, die Summe beziffert er auf 70 000 Euro. Zudem richte das Unternehmen das Augenmerk deutlich auf Qualität: Die Privatbrauerei setzt für einige Produkte auf offene Vergärung. Ein handwerkliches Verfahren, das in der Branche als aufwändiger, aber auch als vorteilhafter für den Geschmack gilt. Auf Sicht, so Hagemann, solle die Produktionsmethode für das ganze Sortiment übernommen werden. Rund 800 000 Euro will das Unternehmen in diesem und im kommenden Jahr in die Qualität der Biere investieren.

Die angekündigten Einschnitte, die Raum für Investitionen schaffen sollen, sind laut Hagemann noch nicht vollständig umgesetzt. Acht Kündigungen seien ausgesprochen worden, allerdings seien diese mit Fristen behaftet, so dass die Privatbrauerei derzeit noch 90 Mitarbeiter habe. Diese Zahl werde sich nun über den Winter verringern. „Die Familie Schulz-Hausbrandt bedauert die Entlassungen“, betont Hagemann. Weitere betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen.

Derweil will die Privatbrauerei unter dem Eindruck der Überschwemmungen vor einigen Wochen einen Dank an rund 40 Feuerwehren im Landkreis richten, die bei Hochwassereinsätzen geholfen haben. In Absprache mit Kreisbrandmeister Thomas Krok spendiert das Unternehmen jeder dieser Wehren fünf Kästen mit Bier, Wasser oder Limonade aus eigener Herstellung.

Von Holger Boden

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