Stadt will Grundschulen ausstatten - das Projekt dauert wohl bis 2023

Wittinger Politik sagt Ja zu Lüftungsgeräten

In einem Klassenraum der Wittinger Grundschule verfolgen Schüler im Corona-Abstand sitzend den Unterricht.
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55 Unterrichtsräume – hier die Grundschule Wittingen – sollen an den drei städtischen Grundschulen mit stationären Lüftungsanlagen bestückt werden.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Nun waren sich alle einig: Im Angesicht eine 80-prozentigen Förderung hat der Wittinger Schulausschuss am Dienstagabend einstimmig dafür votiert, dass die Unterrichtsräume der drei städtischen Grundschulen mit stationären Lüftungsanlagen ausgestattet werden sollen.

Wittingen – Kleiner Wermutstropfen für alle Eltern, die auf einen schnellen Beitrag der Apparate in der Pandemie hoffen: Es wird wohl bis ins Jahr 2023 dauern, bis das Vorhaben komplett abgearbeitet ist.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter betonte denn auch mehrfach, dass er „auch über Corona hinaus“ eine sinnvolle Verwendung der Geräte sieht. Denn generell lasse sich eine Verbesserung der Raumluft damit erzielen. Wärmetauscher sollen dafür sorgen, dass die Raumtemperatur im Klassenzimmer angenehm bleibt. Der Erste Stadtrat Holger Schulz erläuterte, die Geräte würden den CO2-Anteil der Raumluft ebenso verringern wie den Anteil von Viren, Bakterien und Feinstaub.

1,1 Millionen Euro kostet das, wenn man 10 Räume in der Grundschule Radenbeck damit ausstattet, 15 Räume in Knesebeck und 30 Räume in Wittingen. Diesen Bedarf hatten die Schulen auf städtische Abfrage hin benannt.

Die Stadt muss davon nur 220 000 Euro selbst zahlen, die übrigen 880 000 Euro sollen mit einem Zuschuss des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle finanziert werden. Den entsprechenden Antrag hatte das Rathaus bereits gestellt – und zur Überraschung aller Beteiligten kam nur wenige Tage später auch schon die Bewilligung.

Das war zu wenig Zeit, den Einbau der Geräte und die damit verbundene städtische Ausgabe auch politisch absegnen zu lassen – was der Schulausschuss nun nachholte. Jörg Bialas (SPD) sah darin „den richtigen Schritt“, schließlich wisse man auch in Sachen Pandemie „noch nicht, wo es langgeht“. Ralf Beyer (Grüne) erinnerte daran, dass seine Fraktion sich schon vor zehn Monaten für Lüftungsgeräte stark gemacht habe, für die Schulen sei das eine wichtige Hilfe: „Das Wichtigste sind die Kinder, aber auch wir Lehrer stehen jeden Tag an der Corona-Front.“

Thomas Knöfel (FWG) sagte, bei der Förderung sei ein Ja selbstverständlich, er wünsche aber noch Infos über technische Details. Auch die CDU stimmte zu, Petra Both und Joern Wolter hatten aber noch Fragen zu Geräuschen und Lieferzeiten der Geräte. Rathauschef Ritter sagte dazu, die Detailarbeit folge nun, wichtig sei zunächst das klare Signal der Politik für die Investition. Mit Blick auf den Umfang des Projekts und Lieferfristen sei wohl damit zu rechnen, dass nicht alle Geräte in diesem Jahr eingebaut werden können.

Mit Blick auf Folgekosten hatte der Erste Stadtrat Schulz zuvor erklärt, die Stromkosten seien noch nicht zu beziffern, man könne wohl von 1 kW pro Tag und Anlage ausgehen. Hinzu komme eine jährliche Wartung für etwa 100 Euro pro Gerät, zuzüglich Filterwechsel.

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