Die Hufeisensage und das Stadtjubiläum: Heimatverein bereitet Filmmaterial ganz neu auf

Wittinger Mythos jetzt digital

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Da blieb kein Platz frei: Rund 1500 Besucher schauten sich am 5. September die Schweden-Show zum Stadtjubiläum an.

Wittingen. Was am 5. September 1981 Schüler und Lehrer der Grund- und Hauptschule sowie Vereine und Musikzüge auf dem Wittinger Marktplatz inszenierten, dürfte heute kaum noch möglich sein – eine opulente Inszenierung der Geschichte von der Hufeisensage.

Rund 400 Laiendarsteller hatten Spielleiterin Irma Lünser und Rektorin Barbara Berger damals mobilisiert, um eine überlieferte Geschichte von der Besetzung Wittingens im 30-jährigen Krieg durch schwedische Truppen in historischen Kostümen nachzuspielen. Jetzt hat der Wittinger Heimatverein die damalige Aufführung ins digitale Zeitalter geholt.

Der gesamte Marktplatz war an jenem 5. September eine Bühne, und rund 1500 Gäste schauten sich das einzigartige Spektakel an. Das Schauspiel zu Ehren der 1200- Jahrfeier der Stadt wurde von Amateurfilmern aufgenommen. Zwei Streifen entstanden auf Schmalfilm, einer auf einer VHS-Kassette – für heutige Verhältnisse sind das fast schon Filme aus der Steinzeit.

„Das müssen wir der Nachwelt noch besser erhalten“, sagte man sich daher im Video-Team des Heimatvereins. Schnell stand die Marschrichtung fest: das Material von 1981 sollte digitalisiert und zu einem neuen Film zusammengefügt werden.

Das Video-Team des Heimatvereins und Akteure von 1981 kamen jetzt im Junkerhof zusammen.

Wolf-Ingo Bellin, Hans Messerschmidt und Peter Kuhlmeyer machten sich an die Arbeit. Die Idee schien einfach, doch die Ausführung war alles andere als dieses. Ab dem Frühjahr 2015 saßen die drei unzählige Stunden zusammen und fügten von allen drei Filmen die besten Sequenzen zusammen. Da nur auf der VHS-Kassette von Georg Kupper Ton vorhanden war, musste der Schnitt sehr präzise erfolgen. „Schließlich soll ja alles synchron ablaufen“, erklärt Messerschmidt.

Damit die Informationen auch korrekt sind, suchte sich das Trio Zeitzeugen für die redaktionelle Bearbeitung. Kuhlmeyer, damals selbst Darsteller, fand in Irma Lünser, Renate Hankel, Christine Jördens, Gisela Materne, Nora Wiese und Klaus Beier-Eßmann schnell weitere Akteure und Organisatoren von einst, die beratend zur Seite standen und vor der Kamera Rede und Antwort standen. All diese Befragungen wurden gefilmt und stehen der Nachwelt nun zusätzlich zur Verfügung. Am Ende entstand von der eigentlichen Hufeisensage ein Film von 68 Minuten Länge. Von den Interviews mit den Zeitzeugen drehte das Team einen 24-minütigen Streifen. Kürzlich nun trafen sich die Befragten und das Videoteam im Junkerhof, um die Digitalfilme zu beurteilen und zu korrigieren. Bis zur öffentlichen Präsentation beider Filme dauert es noch eine Weile. „Wir haben dafür den 11. März 2016 angepeilt“, sagte Bellin. Dann soll der Film in der Aula der heutigen Grund- und Oberschule einem breiten Publikum gezeigt werden.

Von Rüdiger Lange

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