Veränderte Kaufgewohnheiten?

Wittinger Händler spüren Folgen der Corona-Krise ganz unterschiedlich

Die Geschäfte in der Wittinger Innenstadt verzeichnen nach den Corona-Lockerungen vom 2. Mai weiter niedrige Verkaufszahlen. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer im Juli hoffen einige auf eine Verbesserung.
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Die Geschäfte in der Wittinger Innenstadt verzeichnen nach den Corona-Lockerungen vom 2. Mai weiter niedrige Verkaufszahlen. Mit der Senkung der Mehrwertsteuer im Juli hoffen einige auf eine Verbesserung.

Wittingen – Egal, ob Handyhülle, Armbanduhr oder Vliestapete – seit dem 2. Mai darf in allen Geschäften in Wittingen wieder vor Ort eingekauft werden.

Geht es jetzt für Händler und Kunden langsam zurück in Richtung Normalität? Oder hat sich die Situation in den Geschäften zu stark verändert?.

Im Eingangsbereich steht der Spender für das Desinfektionsmittel. Zusätzlich zu den Mund-Nasen-Bedeckungen soll eine Schutzwand aus Plexiglas Kunden und Verkäufer vor der Übertragung von Tröpfen schützen. Mit den Hygiene- und Abstandsregeln erinnert das aktuelle Bild nicht an die Zeiten vor der Corona-Pandemie. Doch die Händler sind zuversichtlich. Die Kunden seien sensibilisiert und hielten sich vorbildlich an die Regeln. Unter solchen Voraussetzungen sei eine baldige Normalisierung der Situation wahrscheinlich.

Der große Ansturm auf die Geschäfte sei nach den Corona-Lockerungen Anfang Mai aber ausgeblieben. „Wir haben weniger Kunden“, berichtet Juwelier Sven Fischer und fügt hinzu: „Die Schützenfeste sind ausgefallen, wodurch bei uns natürlich keine Bestellungen von Orden eingegangen sind.“ Er merke jedoch, dass bei Paaren ein großer Nachholbedarf beim Kauf von Trauringen bestehe. „Solche anlassbezogenen Käufe werden wir auch in Zukunft wieder haben. Bald kommen die Konfirmationen auf uns zu. Wir haben wieder verschiedene Aktionen geplant“, sagte Fischer guter Dinge.

Auch bei EP: Rönneberg sehe es ähnlich aus. „Man könnte meinen, die Leute möchten einen besseren Fernseher oder Staubsauger, weil sie viel zuhause sind. Aber die Verkaufszahlen sind nicht gestiegen“, berichtet Geschäftsführer Heinrich Tegtbüring. Das liege daran, dass viele sich ein neues Gerät erst zulegen würden, wenn das alte kaputt sei. „Und das hat sich durch Corona nicht geändert“, sagt Tegtbüring. Er vermutet aber, dass mit der Absenkung der Mehrwertsteuer im Juli das Kaufinteresse steigen könnte. „Vielleicht möchte der ein oder andere, dann doch noch die kurzfristig niedrigeren Steuern mitnehmen.“ Laut eines Beschlusses der Bundesregierung wird ab dem 1. Juli für sechs Monate die Mehrwertsteuer von 19 auf 17 beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent gesenkt.

Dass heiße Temperaturen im Sommer jedoch die Kauflust der Wittinger beeinflussen können, weiß Gerlinde Hansen. „Sobald es draußen zu heiß wird, geht der Andrang bei uns zurück.“ Davon hat der Malerbetrieb zurzeit allerdings sehr viel. „Es tut mir wirklich leid für die Tourismus- und andere Branchen. Anders als bei ihnen ist unser Angebot gerade sehr gefragt. Sehr viele Privatkunden möchten das Haus neu tapezieren oder etwas im Garten machen“, so Hansen. Die Nachfrage sei besser als vor der Corona-Pandemie. „Unser Geschäft vor Ort ist sehr gut besucht. Für uns ist das eine positive Entwicklung. Besonders da die Leute normalerweise im Internet bestellen.“

Sven Fischer ist sich dieses Einflusses bewusst, sieht aber nicht das Corona-Virus als Triebkraft hinter des jüngsten Online-Auftrittes seines Juweliergeschäftes. „Wir möchten die Kunden durch viele verschiedene Kanäle informieren. Das wollten wir auch schon vor Corona.“

VON MARJANA MAIER

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