Wittinger Freibad: Sprungturm-Sanierung wirft Fragen auf

Sorgen um Untergrund

Ein Beschluss zur Sanierung des Sprungturms ist bisher noch nicht gefasst worden.
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Ein Beschluss zur Sanierung des Sprungturms ist bisher noch nicht gefasst worden.

Wittingen. Die Sanierung des Sprungturms im Wittinger Freibad wird offenbar keine triviale Angelegenheit.

Bevor der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung über das Projekt beraten konnte, kam die Vermutung auf den Tisch, dass möglicherweise permanent größere Mengen Wasser aus dem Schwimmerbecken auslaufen.

Dabei soll es um bis zu 30 Kubikmeter pro Tag gehen. Nicht nur der Wasserverlust wäre ärgerlich und wohl auch kostspielig – im Ausschuss wurde zudem die Befürchtung laut, dass durch Ausspülungen in Beckennähe Statikprobleme für den Sprungturm entstehen könnten.

Die Rede war sogar von Hohlräumen, in denen angeblich „ein Auto verschwinden kann“. Realität? Übertreibung als Stilmittel? Sowohl der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD) als auch Uwe Hoppmann (CDU) waren sich einig, sich das nur schwer vorstellen zu können, und ein Auto habe dort schließlich auch noch niemand verschwinden sehen. Klaus Palluck (FWG) befand jedoch, dass man zunächst weitere Prüfungen vornehmen solle, wenn tatsächlich Folgeschäden durch eine offenbar defekte Becken-Plane zu befürchten seien: „Wir sollten das Thema deshalb heute von der Tagesordnung nehmen.“

Eine entsprechende Formulierung wurde denn auch verabschiedet: Die Verwaltung bekam auf Vorschlag Kochs den Auftrag, mit noch vorhandenen Planungsmitteln in Höhe von 3000 Euro weitere Prüfungen in Auftrag zu geben.

Dass es Ausspülungen im Erdreich geben könnte, befürchtet auch der Vorsitzende des Freibad-Fördervereins, Friedrich O. Winkelmann. Es gebe „ständig Wasserströme“, der Schwund sei auch bekannt. Schon bei der Sanierung des Sprungbereiches im Jahr 2001 seien Ausspülungen entdeckt worden. Damals wurde auch der Sprungturm stabilisiert. Offenbar ist aber auch völlig unklar, an welcher Stelle genau das Wasser austritt.

In der Grundsatzfrage, ob die Sprunganlage denn überhaupt saniert werden solle, damit wieder ohne Aufsicht gesprungen werden kann, war sich der Ausschuss weitgehend einig. 138 000 Euro werden dafür derzeit veranschlagt. Als Koch die Frage in den Raum stellte, ob denn der Turm vom Ausschuss als notwendig angesehen werde, kam ein klares Ja zurück. „Das Drei-Meter-Brett ist eine der größten Attraktionen, die wir im Freibad haben“, meinte Michael Heidemann (CDU).

Bei der Sanierung muss die Sprunganlage neu gegründet werden, damit neue Abstände zu den Seiten entstehen. Derzeit landet ein Springer zu dicht an den Schrägen, die sich am Rand des Beckens zum Grund hinziehen. Hier ist ein seitlicher Mindestabstand von 3,25 Metern gefordert.

Von Holger Boden

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