Eine neue Folie ist nicht genug

Wittinger Freibad: Sanierung wird teuer

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Das Schwimmerbecken muss saniert werden – fällig wird wohl mindestens eine hohe sechsstellige Summe. 

Wittingen – Zwei Kindertagesstätten, die nach derzeitiger Schätzung zusammen 10,5 Millionen Euro kosten werden. Zwei bis drei Feuerwehrgerätehäuser, Kosten derzeit noch unbekannt, dazu einige Anbauten.

Das ist nur ein Ausschnitt aus der Reihe der Investitionen, die die Stadt Wittingen in den nächsten Jahren zu stemmen hat. Passt da noch eine Sanierung des Schwimmerbeckens im Ernst-Siemer-Bad in den Etat?.

Muss wohl. Der Hildesheimer Freibad-Planer Jörg Stachel, am Donnerstagabend zu Gast im Bauausschuss, attestierte der Stadt baldigen Handlungsbedarf. Eine weitere Saison werde das wohl noch mit der alten Folie funktionieren, sagte er auf Nachfrage aus dem Ausschuss, aber dann ...

Konkret dürfte das heißen, dass nach der Saison 2020 zur Tat geschritten werden muss, etwaige vorherige Reparaturen nicht ausgeschlossen. Stachel skizzierte den Handlungsbedarf: Eine neue Beckenfolie muss her („die Lebensdauer ist durch“), die Wassereinspeisung reicht nicht aus, die Schwallrinne ist zu schmal, die Treppenhandläufe und Einstiegsleitern sind nicht mehr richtlinienkonform.

Weil der Sprungbereich in die Schwimmbahnen ragt, sieht Stachel zudem eine latente Unfallgefahr. Dem könne man, so der Planer, optional mit einem Steg zur Abschirmung abhelfen. Allerdings, so stellte der Ausschuss fest, würde man sich damit der Möglichkeit eines 33 Meter langen Wasserballfeldes berauben. Geht also nicht.

Eine echte Kostenschätzung für die Sanierung gibt es bisher nicht. Stachel hat für das 888 Quadratmeter große Becken eine erste grobe Kostenermittlung anhand von Kennzahlen vorgenommen. Ergebnis: 850.000 Euro, inklusive Mehrwertsteuer. Die Zahl zeigt die Größenordnung des Projektes.

Eine Sanierung schon zur nächsten Saison ist kein Thema, dafür reicht der Vorlauf nicht mehr. Wenn nun die planerischen Hausaufgaben gemacht werden, dann könnten laut Stachel die Arbeiten im September nächsten Jahres losgehen und Ende Mai 2021 beendet sein. Eventuell plus ein, zwei Wochen, je nach Witterung.

Eine neue Folie soll dann rund 30 Jahre halten. Von einer Edelstahlvariante nahm der Ausschuss Abstand, das wäre mindestens doppelt so teuer. Lohnen könnte sich ein Edelstahlbecken höchstens, falls der Beton des Beckens marode ist, denn eine neue Betonhülle könnte richtig teuer werden. Als einer der ersten weiteren Schritte soll nun im kommenden Frühjahr vor der Saison der Zustand des Betons, der Folie und der Freibadtechnik geprüft werden.

VON HOLGER BODEN

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