Friedrich O. Winkelmann sieht Handlungsbedarf bei der Hydraulik

Wittinger Freibad: „Es geht um mehr als die Folie“

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Standortfaktor Freibad: Das Schwimmerbecken steht im Fokus von Reparatur- und Sanierungsüberlegungen.

Wittingen. Es ist in Wittingen die Zeit der Haushaltsberatungen – und Friedrich O. Winkelmann hofft, dass dabei auch das Ernst-Siemer-Bad auf die Agenda kommt.

Nach der frühzeitigen Schließung Ende August sind Reparaturen und Ersatzinvestitionen auf den Weg gebracht, und im Rathaus plant man auch mit einer umfangreicheren Reparatur der Folie, die das Wasser im Schwimmerbecken hält (das IK berichtete). Winkelmann sieht Handlungsbedarf, der darüber hinausgeht.

Der Jurist ist auch Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, setzt sich jetzt aber explizit „als Bürger und engagierter Freibadnutzer“ bei der Stadt dafür ein, dass die Wasserhydraulik saniert wird. Die übrigen Vereinsmitglieder wolle er für seine Forderungen nicht vereinnahmen, erklärt er.

Winkelmanns Sorge: dass die Freibad-Technik eine Achillesferse bleiben könnte, die immer wieder zu Störungen führt. Und dass die Zeit für Verbesserungen bis zum Saisonstart 2019 zu knapp wird. Er glaubt: „Es geht um mehr als die Folie.“ In den letzten Jahren sei „viel Positives“ entwickelt worden, meint er unter anderem mit Blick auf die neugebauten Nichtschwimmer- und Kinderbecken. Es gebe aber seit 1997 auch eine „Chronologie der Schadensfälle“.

Friedrich O. Winkelmann will künftige Schließungen wegen Technikproblemen verhindern – und macht sich bei der Stadt Wittingen für umfangreiche Erneuerungen am Schwimmerbecken stark. 

So sieht Winkelmann Handlungsbedarf beim Ableiten des Schwallwassers aus dem Schwimmerbecken. Für die Rückführung zur Wasseraufbereitung gebe es derzeit nur ein Rohr, und das stelle einen Engpass dar. Die Folge sei, dass zu viel Wasser zu lange ungefiltert in der Überlaufrinne stehe oder gar in die Hecke fließe: „Das entspricht nicht dem Stand der Technik.“ Winkelmann schlägt vor, mehr Ausläufe anzulegen und eine Ringleitung zu schaffen, die das Wasser schneller zu den Filtern zurückleitet. Zudem regt er an, im Sinne der Wasserhygiene eine Zuströmung des chlorierten Wassers über beide Stirnseiten des Beckens zu schaffen (statt bisher nur über eine dieser Seiten). Sonst riskiere man im von der Einströmdüse aus gesehen hinteren Drittel des Beckens Algenbildung.

Diese Arbeiten, glaubt Winkelmann, könnten im Zuge der geplanten Folien-Erneuerung vorgenommen werden. Dabei sei es auch sinnvoll, den Zustand eines „hängenden Beckenkopfes“ zu beheben. Der verhindere einen gleichmäßigen Ablauf des Schwallwassers auf allen vier Beckenseiten.

Stadtbürgermeister Karl Ridder sagt auf IK-Anfrage, dass eine Erneuerung der Hydraulik bis zur nächsten Saison nicht zu realisieren wäre. Ohnehin stehe aber nach der großflächigen Folienreparatur die Frage für 2020 auf der Agenda, ob es bei einer Folie bleibt oder ob ein Edelstahlbecken gebaut wird. In dem Zusammenhang sei dann sicher auch die Hydraulik zu diskutieren.

Von Holger Boden

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