Bauausschuss wirft Auge auf gesamten Steinhaufenacker

Wittinger Bauland-Perspektiven werden konkreter

Vor Häusern am Steinhaufenacker steht ein Maisfeld, das später einmal Bauland werden soll.
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Im Gebiet Steinhaufenacker/Aschhorstweg soll es zunächst um den nördlichen Abschnitt gehen. Zusammen mit dem südlichen Teil wären es insgesamt etwa 9 Hektar.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Für neue Bauplätze nimmt die Wittinger Politik jetzt das gesamte Gebiet im Steinhaufenacker und am Aschhorstweg ins Visier. In einem ersten Schritt soll das Gelände von Norden her bis Höhe Südstraße erschlossen werden, das Areal südlich davon gilt schon jetzt als Option für die nicht allzu ferne Zukunft. Eine entsprechende Empfehlung hat in dieser Woche der Bau- und Umweltausschuss abgegeben.

Die Stadtpolitiker schlossen sich damit im Prinzip dem Ortsrat an, der das Gelände Steinhaufenacker/Aschhorstweg ein paar Tage vorher als erste Priorität auserkoren hatte. Allerdings wird es noch eine Weile dauern, bis die ersten Bauherren ihren Grundstein legen lassen können: Sabrina Puskeiler, Abteilungsleiterin für Stadtentwicklung, skizzierte dem Ausschuss, dass das nötige Verfahren zur Bauleitplanung wohl bis zu zwei Jahre in Anspruch nehmen werde.

Wie viele Bauplätze beim ersten Aufschlag ausgewiesen werden sollen, darüber war sich der Ausschuss nicht ganz einig. Stadtbürgermeister Andreas Ritter bezifferte die Zahl der Parzellen im nördlichen Abschnitt auf 45 bis 50. Walter Schulze (Knesebeck, CDU) äußerte daraufhin „die Sorge, dass wir zu klein anfangen“. Und Wittingens Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg (BA) machte sich wie schon im Ortsrat ebenfalls dafür stark, in größeren Dimensionen zu denken: „Wir haben kürzlich in Knesebeck über 60 Bauplätze gesprochen, da müssen es hier auch mehr werden.“

Rönneberg forderte, nicht nur im Süden des Steinhaufenackers, sondern auch in anderen Ecken Wittingens Optionen auf weitere Flächen zu sichern. Das sah Schulze genauso, doch anders als Rönneberg, der im Ortsrat Wittingen-West als zweite Priorität sah, wollte der Christdemokrat lieber weitere Bauplätze im Wittinger Norden. Das Ziehen solcher Optionen solle zunächst geprüft werden, so das Votum des Ausschusses. Gegen zusätzliche Flächen abseits des Steinhaufenackers sprach sich Andrea Harms (FWG) aus.

Zurückhaltender als Rönneberg und Schulze wollte auch Hans-Heinrich Koch (SPD) die Sache angehen: Eine Bauleitplanung am Steinhaufenacker sei „richtig“, aber: „Wir sollten nicht zu viel Land kaufen.“ Auch Christian Schroeder (Grüne) sprach sich für ein abgestuftes Verfahren aus, bei dem die nachgelagerten Prioritäten erst einmal offen gelassen werden.

Die Verwaltung plädierte ebenfalls für ein weniger offensives Vorgehen: „Ich warne davor, gleichzeitig drei Baustellen aufzumachen“, sagte Ritter. Puskeiler nannte ein Gebiet mit 50 Bauplätzen „schon nicht klein“. Angesichts der Verfahrensdauer müsse man auch die Frage im Auge behalten, ob die Baukonjunktur in zwei Jahren noch so kräftig ist, oder ob sich Interessenten bis dahin eventuell „umorientiert“ haben. Auf Nachfrage erklärte sie, derzeit erhalte das Rathaus pro Woche etwa ein bis zwei Anfragen nach Bauplätzen.

Sven Zaft, Leiter der Abteilung Grundstücks- und Gebäudemanagement, sagte, die verfügbaren Haushaltsmittel würden am Steinhaufenacker für den Bereich bis zur Südstraße reichen, darüber hinaus nicht. Rönneberg, der auf weiterhin hohe Nachfrage setzt, wollte das finanzielle Argument nicht gelten lassen und setzte auf den Weiterverkauf nach der Erschließung: „Das Geld kriegen wir ja wieder.“ Und wenn es erst in zwei Jahren richtig losgehe, dann solle die Stadt schon jetzt „die Werbetrommel rühren“.

Planerischen Zeitverlust für den südlichen Abschnitt an Steinhaufenacker und Aschhorstweg soll es immerhin nicht geben. Rathauschef Ritter erläuterte, die Bauleitplanung könne man gleich in einem Rutsch für das gesamte Gebiet machen, auch wenn die Stadt sich für den späteren Teil zunächst nur eine Option sichere.

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