Anschlüsse auch für Knesebeck

Wittinger Bahnhofs-WC soll in den Haushalt: Endet bald die Dixi-Ära?

Das Dixi-Klo steht seit April 2016 am Wittinger Bahnhof und erfreut sich keiner sonderlichen Beliebtheit. Seinerzeit sollte es eine Übergangslösung sein.
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Das Dixi-Klo steht seit April 2016 am Wittinger Bahnhof und erfreut sich keiner sonderlichen Beliebtheit. Seinerzeit sollte es eine Übergangslösung sein.

Wittingen/Knesebeck – Zuletzt waren sie dem pandemiebedingten Streichkonzert zum Opfer gefallen – nun stehen öffentliche Toiletten am Wittinger Bahnhof wieder auf dem Fahrplan der Stadt Wittingen.

Der Verkehrsausschuss sprach sich in seiner jüngsten Sitzung dafür aus, 10 000 Euro für ein WC in den Haushaltsplan 2021 aufzunehmen. Gleichzeitig kommen nun auch Rufe nach einer Bahnhofstoilette für Knesebeck.

Ein bisschen ist es wie bei der Lehrküche für die Knesebecker Grundschule (das IK berichtete): Was in vergleichsweise rosigen Haushaltsjahren nicht geklappt hat, soll nun trotz eines Corona-Etats möglich werden. Das seit vielen Jahren immer wieder diskutierte Bahnhofs-WC für Wittingen passte erst nicht in die Pläne für die Neugestaltung der Bahnhofslandschaft, mutierte dann zu einem Dixi-Klo – und eine „richtige“ Toilette gehörte schließlich zu den Streichposten im Corona-Nachtragshaushalt.

Ein wenig lebte im Rathaus immer noch die Hoffnung, dass die Lösung des Problems im DB-Gebäude liegen könnte, doch entsprechende Verhandlungen zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn laufen offenbar ins Leere: „Eher nicht“, antwortete Stadtbürgermeister Andreas Ritter in der Ausschuss-Sitzung auf die Frage, ob denn das Gebäude noch eine Option sein könnte. Gedanken, ein öffentliches WC im maroden alten OHE-Gebäude zu installieren, haben sich offenbar eh erledigt – die Immobilie gilt als Abrisskandidat, sofern der Denkmalschutz kein Veto einlegt.

Im Verkehrsausschuss setzte sich nun Ralf Beyer (Grüne) mit Nachdruck dafür ein, eine öffentliche Toilette zu installieren. Das Dixi-Klo sei gerade in Corona-Zeiten nicht zumutbar: „Da kann man nicht die Hände waschen, da ist nichts zum Desinfizieren, es gibt kein Papier, und das Ganze ist nicht behindertengerecht.“

Der Ausschuss votierte daraufhin für 10 000 Euro, die im nächsten Jahr investiert werden sollen. Wofür genau das reichen wird, bleibt abzuwarten – der Ortsrat hatte zuletzt 7000 Euro für ein Bahnhofs-WC gefordert, und vor Corona war mal von 40 000 Euro die Rede gewesen. Stoßrichtung bleibt in Ermangelung geeigneter fester Gebäude wohl die Aufstellung eines WC-Containers. Eine Lösung, die als durchaus leistungsfähig gilt.

Die Tatsache, dass die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes in Knesebeck noch vor der Tür steht, nahm Hartmut Schulze (SPD-Gruppe) zum Anlass für die Frage: „Kommt in Knesebeck eigentlich auch eine Toilette hin?“ Die Antwort lautete „nein“, und Stadtbürgermeister Andreas Ritter verwies darauf, dass die Nutzerfrequenz beider Bahnhöfe auch nicht vergleichbar sei.

Von Peter Lindwor (CDU) kam aber ebenfalls der Wunsch, in Knesebeck ein Bahnhofs-WC vorzusehen – „wo wir schon dabei sind“. Eckhard Meyer (BA) plädierte dafür, im Zuge der künftigen Arbeiten am Bahnhof wenigstens Anschlüsse zu legen.

So soll es nun auch kommen. Ritter zufolge wird es möglich sein, solche Anschlüsse im Zuge des 1,05-Millionen-Projektes installieren zu lassen.

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