Sechs Standorte im Stadtgebiet – jetzt läuft die Diskussion an

Wittingens neue Windräder

464 Quadratmeter könnten künftig die sechs Wittinger Windparks umfassen.
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464 Quadratmeter könnten künftig die sechs Wittinger Windparks umfassen.

Wittingen. Bisher herrschte nicht mal ein laues Lüftchen – doch ab nächster Woche könnte die Windkraft-Diskussion im Wittinger Stadtgebiet Fahrt aufnehmen. Die Ortsräte von Ohrdorf und Vorhop haben die Planungen, die die beiden Orte betreffen, auf ihrer Tagesordnung.

Nach den bisher vorliegenden Planungen des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB) sind sechs Standorte im Stadtgebiet von Neuausweisungen oder Änderungen betroffen:

• Neuer Windpark nördlich von Lüben, zirka 84 Hektar

• Neuer Windpark östlich von Vorhop, zirka 61 Hektar

• Neuer Windpark westlich von Teschendorf, zirka 54 Hektar

• Neuer Windpark östlich von Boitzenhagen, zirka 66 Hektar

• Erweiterung des Windparks Stöcken/Darrigsdorf auf 127 Hektar in östlicher Richtung, bei gleichzeitiger Herausnahme einiger Flächen im westlichen Bereich

• Geringfügige Erweiterung des Windparks Suderwittingen/Ohrdorf auf 72 Quadratmeter, ebenfalls unter Herausnahme einiger Altflächen.

In der Gemarkung des Kernortes Wittingen sind keine Windräder vorgesehen. Daher hat der am morgigen Donnerstag tagende Ortsrat (19 Uhr, Rathaus) nur nachrichtlich auf der Agenda.

Der Ohrdorfer Ortsrat trifft sich am kommenden Dienstag, 17. September (19 Uhr, Bistro Athen). Angesichts der nur marginalen Erweiterungspläne werde es „kaum etwas zu diskutieren geben“, glaubt Ortsbürgermeister Dirk Faust (CDU). In Ohrdorf gebe es vielfach Enttäuschung, man habe sich „mehr vorgestellt“. Unter anderem habe wohl ein Brutgebiet des Rotmilan gegen eine größere Ausweisung gesprochen.

Einen Tag später, am 18. September (19 Uhr, Dörphus), nimmt sich die Vorhoper Ortspolitik des Themas an. Der Ortsrat unterstütze die Windkraft nach wie vor, sagt Ortsbürgermeisterin Christel Schirmer (CDU). Protest aus dem Ort sei an sie bisher nicht herangetragen worden. Bevor man weitere Aussagen zu dem Standort östlich des Ortes machen könne, müsse man die für Anfang Oktober vorgesehene öffentliche Auslegung der Datenblätter zu den einzelnen Standorten abwarten.

Darauf ist auch Stadtbürgermeister Karl Ridder gespannt. Der Rathauschef hat bislang ebenfalls keine große Protestbewegung im Stadtgebiet registriert. Ohne die Details aus der Auslegung sei es schwer, eine Bewertung der Standorte vorzunehmen. So geht es wohl auch den Parteien: Anträge aus der Politik zu den Windpark-Plänen lägen bisher nicht vor, sagt Ridder.

Die betroffenen Orte, die keinen Ortsrat haben, werden auch in der Windkraft-Diskussion über ihre Ortsvorsteher vertreten. „Die werden uns kontaktieren, wenn Unmut zu spüren sein sollte“, meint Ridder. „Die sind am Ball.“ Wenn alle Informationen auf dem Tisch liegen, bleibe abzuwarten, welche Einflussmöglichkeiten die Stadt überhaupt hat.

Von Holger Boden

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