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Wittingens Einstieg in den Klimaschutz

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Von: Holger Boden

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Das Rathaus will das Thema Klimaschutz jetzt systematisch angehen.
Was lässt sich energetisch noch rausholen? Diese Frage will sich die Stadt mit Blick auf ihre Liegenschaften stellen. © Hussak, Carola

Wittingen – Die Stadt Wittingen soll ein Klimaschutzkonzept aufstellen – das hatte die FWG im Sommer letzten Jahres beantragt, und so war beim Ausschuss für Bauangelegenheiten und Umwelt nun Lotta Hagelmann zu Gast, die sich beim Regionalverband Braunschweig um die Themen Energie und Klimaschutz kümmert. Der Wittinger Lokalpolitik sollte sie aufzeigen, welche Handlungsmöglichkeiten es für die Kommune gibt.

Nach wie vor gilt: Klimaschutz ist eine freiwillige kommunale Aufgabe. Doch eine Vielzahl an Fördertöpfen soll es Städten und Gemeinden schmackhaft machen und erleichtern, sich des Themas anzunehmen. Der Regionalverband tut das seit Jahren und hat 2016 einen „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ aufgelegt. Von dem Know-how aus Braunschweig will man in Wittingen profitieren. Die Stadt könnte auf vier verschiedenen Ebenen aktiv werden – als Verbraucherin (zum Beispiel durch Energie-Einsparungen), als Versorgerin und Anbieterin, als Beraterin ihrer Bürger und Unternehmen sowie durch Planung und Regulierung.

Handlungsfelder, die man nicht so nebenbei mit Leben füllt. Der Ausschuss votierte daher am Ende einstimmig dafür, die Überlegungen in Richtung Einstellung eines Energie-Managers gehen zu lassen. Eine Stelle für zunächst drei Jahre, bei der vielleicht auch mit dem Landkreis oder Nachbarkommunen zusammengearbeitet werden kann. Die Kosten für einen kommunalen Energiemanager, so Hagelmann, könne man sich zu 70 Prozent fördern lassen.

Die Expertin skizzierte noch eine Reihe weiterer Ansätze. Mit sogenannten Fokus-Konzepten könne die Stadt sich klimarelevanter Themen wie Wärmenutzung oder Mobilität annehmen. Auch in Bereichen wie Beleuchtung, Radverkehrs-Infrastruktur oder Sammlung von Grünabfällen seien Förderschwerpunkte – und damit die Akquise von Zuschüssen – denkbar.

Und was würde Hagelmann empfehlen? „Eigene Gebäude und Liegenschaften sind immer eine Idee“, sagte sie auf die Frage aus dem Ausschuss. Heißt: Mit einem Energiemanagement für die städtischen Immobilien könnte man loslegen, und das eben mit Hilfe eines Energiemanagers. Bei 70 bis 80 Gebäuden könnte einiges an energetischer Optimierung zu heben sein. Hagelmann jedenfalls war davon überzeugt: „Man findet immer etwas, und man findet immer viel.“

Stadtbürgermeister Andreas Ritter konnte sich mit dieser Stoßrichtung anfreunden, die Bestandsaufnahme mache Sinn. Und ein Interesse aus Hankensbüttel für eine etwaige Zusammenarbeit habe er durchaus bereits registriert. Petra Both (CDU) betonte, dass es wichtig sei, der städtischen Politik durch flankierende Workshops ebenfalls das nötige Wissen zu vermitteln. Klaus Palluck (FWG) pflichtete ihr bei: „Uns fehlt noch die Fähigkeit, dem Energiemanager klare Aufträge zu geben.“

So war man sich am Ende einig – allerdings auch in der Einschätzung, dass es möglicherweise nicht leicht wird, für die angestrebte Stellenbesetzung auch geeignete Kandidaten zu finden.

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