Erste Obduktionsergebnisse zu erschossenem Tier

Wittingen: Wölfin vor Tod offenbar gequält

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Der bei Wittingen im Elbe-Seitenkanal erschossen aufgefundenen Wölfin ist kurz vor ihrem Tod ein Draht durch die Pfote gezogen worden. Das ergaben erste Obduktionsergebnisse.

Wittingen / Wunderbüttel – Der Verdacht, dass die bei Wittingen im Elbe-Seitenkanal erschossen aufgefundene Wölfin vor ihrem Tod „bestialisch gequält“ worden ist (das IK berichtete), steht damit weiter im Raum.

Laut einem ersten Obduktionsbericht des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin wurde dem Tier kurz vor dessen Tod ein Draht durch die Pfote gezogen. Gestorben sei das Tier an der Schussverletzung.

Mit Blick auf die geringgradige Blutung im Bereich der Drahtschlinge wurde der Draht „wahrscheinlich kurz vor dem Versterben des Tieres durch den Fuß getrieben“, heißt es im Bericht. Die dreifach um den Hals gelegte Drahtschlinge habe nicht zu Einschnitten in der Haut geführt. Auch der Kehlkopf sei intakt gewesen. Daher sei zu vermuten, dass die Blutungen im Hals-, Nacken- und Brustbereich ausschließlich durch die Geschosseinwirkungen hervorgerufen wurden. Weitere Untersuchungen stehen noch aus.

Umweltminister Olaf Lies (SPD) hält fest: „Die illegale Tötung dieser Wölfin zeigt, dass der oder die Täter völlig skrupellos sind, die Tatsache, dass dem Tier vor seinem Tod ein Draht durch die Pfote gezogen wurde, zeugt darüber hinaus von einer schwer vorstellbaren Grausamkeit.“ Beides sei nicht hinnehmbar.

Bislang gibt es noch keinerlei Hinweise auf den oder die Täter, erklärte gestern Gifhorns Polizeisprecher Thomas Reuter. Von 4.000 auf mittlerweile 11.000 Euro ist die Belohnung gestiegen, die der Verein Wolfsschutz-Deutschland zur Ergreifung der Täter ausgesetzt hat, die bei Wittingen die Jungwölfin und bei Ratzdorf (Brandenburg) einen Wolf erschossen haben.

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