Stadt schreibt Wunsch nach Trasse ins Regionale Raumordnungsprogramm

Wittingen will die Südumgehung

So steht es bereits seit 2008 im Regionalen Raumordnungsprogramm: Die gestrichelte rote Trasse südlich von Wittingen ist der potenzielle Verlauf einer Südumgehung. Die Anschlussstelle, die diese Trasse mit der A 39 (rot-weiße Linie) verbindet, wird es nach heutigem Planungsstand allerdings nicht geben. Solche Details wären völlig neu zu klären.

Wittingen. Wohin geht für die Stadt Wittingen die Reise in den nächsten zehn Jahren? Wohin darf sie gehen? Die Leitplanken für diese Reise werden derzeit aufgestellt, mit der Entwicklung des neuen Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) für den Raum Braunschweig.

Aus Sicht der Kommune ist dabei eine Südumgehung ein wichtiges Thema – trotz oder gerade wegen des erwarteten A 39-Neubaus.

Denn die Autobahn wird mit ihren beiden Anschlussstellen bei Mannhagen und Eutzen zwar wie eine Teil-Umgehung fungieren, doch das schafft freilich nur eine Verbindung zwischen B 244 und L 286. Verkehr in (oder aus) Richtung Brome, Uelzen oder Diesdorf wird weiterhin durch die Stadt rollen – und öfter mal vor verschlossenen Schranken stehen, wenn die Regiobahn im Stundentakt fährt.

„Die Stadt sieht eine Südumgehung als zwingend an, um den Ortskern zu entlasten“, sagt daher Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse. Schon im bisherigen, 2008 aufgestellten RROP war so eine Trasse verzeichnet – was zeigt, dass politische Initiative nötig sein wird, um eine Umgehung durchzusetzen. Denn eine Wunschliste, deren Punkte automatisch in Erfüllung gehen, ist das RROP nicht. „Wir wollen einen Marker setzen“, sagt Kruse, „als Grundlage für weitere Überlegungen.“

Eine konkrete Trasse hat man derzeit im Rathaus nicht vor Augen, und auch, wer sie bauen sollte oder müsste, ist offen. „Das ist eine größere Planung“, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder, „und dabei ist auch die Frage, wie sich die Verkehrsströme künftig entwickeln.“

Derzeit sind die Städte und Gemeinden im Verbandsgebiet aufgerufen, ihre Vorstellungen an den Regionalverband zu melden. In Wittingen hat dazu eine Meinungsbildung in der Verwaltung und in den Orten stattgefunden, der Stadtrat soll die Liste am 20. September verabschieden. Ins Auge fasst die Stadt dabei neben vielen anderen Themen auch

• Radwege: An der L 286 wünscht sich die Kommune den Lückenschluss Vorhop- Schönewörde. Die Kanalbrücke gilt als Engpass, doch im Rathaus schöpft man Hoffnung aus der Tatsache, dass dieses Problem an der K 123 bei Wunderbüttel auch gelöst wurde.

• Nahversorgung: Erfreut registriert man die Überlegungen für einen kleinen Supermarkt in Radenbeck (das IK berichtete). Die Stadt will nun ins RROP schreiben lassen, dass auf den Dörfern auch bis zu 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche möglich werden. Bisher sind abseits von Wittingen und Knesebeck maximal 800 Quadratmeter drin, wie Sabrina Puskeiler vom Wirtschaftsamt erläutert. Bei größeren Flächen hat der Regionalverband ein Veto. 1000 Quadratmeter, so glaubt Kruse, könnten eine Ansiedlung für Investoren attraktiver machen, ohne den zentralen Orten das Wasser abzugraben.

• Bauland: Bauplätze soll es auch künftig in kleineren Orten geben können. Ridder: „Wir müssen eine Eigenentwicklung und den Zuzug junger Leute ermöglichen.“

Von Holger Boden

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