Akteurinnen aus dem Nordkreis tauschen sich aus

Wittingen: Tagesmütter brauchen gute Vernetzung

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Kamen am Runden Tisch zusammen (hinten von rechts): Anke Breust als Gastgeberin, Heinz Gödecke, Karl Ridder sowie Tagesmütter und Ansprechpartnerinnen.

Wittingen – „Gut betreut in der Kindertagespflege“ ist der Titel einer Aktionswoche, in der letzte Woche die Arbeit von Tagesmüttern und -vätern in der Öffentlichkeit dargestellt wurde.

Auch der Landkreis Gifhorn beteiligte sich, und die Koordinatorinnen im Nordkreis hatten sich dazu einen „Runden Tisch“ einfallen lassen. In der Kindertagesstätte St. Stephanus I trafen sich Tagesmütter aus Wittingen und Hankensbüttel, Sprecherinnen der hiesigen Regionalgruppen und Viktoria Weinberger vom DRK-Kindertagespflegebüro mit dem Bürgermeister der Stadt Wittingen, Karl Ridder, und Heinz Gödecke als Vertreter der Samtgemeinde Hankensbüttel.

Anke Breust, Ansprechpartnerin in Wittingen, betonte, dass es einen erheblichen Unterschied zwischen der Betreuungsarbeit in einer Tagesstätte und im familiären Umfeld gebe: Während die Mitarbeiterinnen in den öffentlichen Einrichtungen stets miteinander sprechen, sich beraten und helfen können, sind Tagesmütter auf sich allein gestellt. Breust: „Eine gute Vernetzung trägt erheblich dazu bei, die eigene Tätigkeit als zufriedenstellend zu erleben.“

Mindestens vier Mal im Jahr werden alle freiberuflichen Tagespflegepersonen von der zuständigen Kooperationsstelle zu Austausch- und Informationstreffen eingeladen. Marion Wallmann-Dreyer, in Hankensbüttel zuständig: „Im gemeinsamen Kontakt und Austausch erfährt jeder Teilnehmer fachliche Informationen sowie kollegiale Unterstützung, und das in einem geschützten Rahmen.“

In der Runde wurde rasch klar, dass die Tagespflege eine überaus sinnvolle Ergänzung und Erweiterung der Betreuungsarbeit in Hort und Tagesstätte darstellt. Kinder mit besonderen Bedürfnissen erhielten die Chance, in einem überschaubaren Rahmen gesellschaftlichen und persönlichen Bedürfnissen zu begegnen, um unter fachgerechter Anleitung Erfahrungen und Eindrücke zu erhalten.

Karl Ridder hob die Notwendigkeit des Zusammenspiels von Politik, Kindertagesstätten und der Tagespflege hervor. Das Entgelt für die geleistete Arbeit dort erweise sich als wirkungsvolle Stellschraube, um dieses Amt attraktiver zu machen.

Aus dem Kreis der praktizierenden Tagesmütter wurde betont, dass die selbstständige Tätigkeit über die bloße Betreuung hinaus Ansprüche stelle, beispielsweise durch ein schrumpfendes Einkommen im Fall einer Flaute. Viktoria Weinberger schilderte aus der Praxis, dass sich Kandidatinnen bei ihr melden. In einem persönlichen Gespräch werde die Eignung geprüft. Dann folge eine lange und intensive Ausbildung, bevor die Arbeit aufgenommen werden kann. Einigkeit herrschte dahingehend, dass die intensive und sehr persönliche Arbeit mit den Kindern eine stets wertvolle Erfahrung sei.

VON HORST MICHALZIK

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