Zwei Dirigenten in der Stadthalle: Wendland-Sinfonie-Orchester begeistert Besucher

Wittingen startet musikalisch ins Jahr

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Johannes Köhler leitete das Neujahrskonzert in Wittingen vor der Pause und Solistin Larissa Krokhina überzeugte auf ganzer Linie.

Wittingen. Ein frohes neues Jahr hieß es am Freitagabend in der Wittinger Stadthalle. Die Kulturvereine Wittingen und Hankensbüttel präsentierten das Neujahrskonzert des Wendland-Sinfonie-Orchesters.

„Dieses Konzert ist ein ganz besonderes Ereignis“, betonte Ursula Brüns, Vorsitzende vom Wittinger Kulturverein.

Und dazu sei dieser „genussvoller Konzertabend“ ein Höhepunkt im Kulturjahr, das Konzert eine „besondere Sache“ schon seit mehr als 20 Jahren. Über diese lange Zeit gastierten die Musiker schon in der Stadthalle, und es sei ein ganz großer Wunsch, dass sie auch weiterhin die Treue halten. Bedenken bezüglich Langeweile kamen trotz der langen Tradition nicht auf, denn wechselnde Besetzungen im Orchester und immer wieder neue Stücke bringen eine schöne Abwechslung. Die musikalische Qualität bleibt dabei hoch.

Diesmal hatte das Sinfonie-Orchester nicht nur Solistin Larissa Krokhina mitgebracht, sondern ließ sich auch von zwei Dirigenten leiten, sagte Brüns. Allerdings traten Felix Bender und Johanes Köhler nicht gleichzeitig, sondern nacheinander auf, wobei ein Dirigenten-Duett wohl auch seinen Reiz gehabt hätte. Zuvor erläuterte Klarinettist Detlef Wend die musikalischen Inhalte. „Wir haben uns in diesem Jahr in die Spät- und Hochromantik eingelebt“, sagt er. So hörte das Publikum zunächst unter der Leitung von Johannes Köhler die romantische Ouvertüre zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner.

Die vier letzten Lieder von Richard Strauß interpretierte Krokhina mit Hingabe und gewaltiger Stimme. Dafür gab es nicht nur starken Applaus, sondern auch Blumen für die schon weithin engagierte Sängerin. Nach der Pause, deren Ende zünftig per Trompetensolo bekanntgegeben wurde, erklang Anton Bruckners Sinfonie Nr. 4 in Es-Dur, „die romantische Sinfonie schlechthin“, wie Wend zuvor erklärt hatte. Unter der Leitung von Felix Bender präsentierten die Musiker den Komponisten, der lange Zeit argwöhnisch beäugt wurde, so Wend.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Das Publikum spendete dankbar viel Beifall. Dank gab es an diesem Abend nicht nur für die Künstler, talentierter Nachwuchs und erfahrende Amateurmusiker, die für die Projekte des Orchesters aus ganz Deutschland hinzugezogen werden, sondern auch an die vielen Helfer, unter anderem der Stadt Wittingen.

Von Burkhard Ohse

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