2012: 42 Namen für 42 Babys / Zahl der Eheschließungen sinkt / Noch 11 628 Einwohner

Wittingen schrumpft weiter

Einwohnerzahl mit negativer Tendenz – leider zählen die Demografen nicht beim Candle Light Shopping nach. Archivfoto: Boden

Wittingen. Die Wittinger Eltern haben sich im vergangenen Jahr als äußerst kreativ erwiesen: Alle 42 Neugeborenen, deren Geburt 2012 vom Standesamt der Stadt beurkundet wurde, haben unterschiedliche Vornamen bekommen. „Eine Einmaligkeit“, meint der Hauptamtsleiter Peter Rothe.

Bei der Zahl der hier beurkundeten Geburten macht sich deutlich der Wegfall der Geburtsstation im Wittinger Krankenhaus bemerkbar. 2011 waren es noch 147 Kinder, deren Name beim Standesamt eingetragen wurde.

Doch bei der Zahl der gemeldeten Geburten sieht die Statistik schon ganz anders aus: 87 neue Erdenbürger, die effektiv in die Wittinger Einwohnerstatistik einfließen, sind 2012 registriert worden, im Jahr davor waren es nur 67.

Die Zahl der für die Wittinger Einwohnerzahl relevanten Sterbefälle ist dagegen gestiegen: von 129 (2011) auf 157 (2012). Ein Anstieg um mehr als 20 Prozent. Damit liegt die Stadt also voll im vielfach beschworenen demografischen Trend. Die Entwicklung der Eheschließungen scheint auch nicht geeignet, die Tendenz umzukehren: Gaben sich 2011 noch 46 Paare das Ja-Wort vor den Wittinger Standesbeamten, so waren es im letzten Jahr nur noch 37.

Die Gesamtzahl der Einwohner in Wittingen und seinen 25 Dörfern ist denn auch 2012 weiter gefallen. Zum Stichtag 31. Dezember waren nach der eigenen Zählung der Stadt 11 628 Bürger mit Hauptwohnsitz im Stadtgebiet registriert. Ein Jahr zuvor waren es noch 11 771 gewesen – ein Minus von 1,21 Prozent. Unterschiede zum Geburten-Sterbefälle-Saldo sind in Zu- oder Fortzügen begründet.

Immerhin tragen zusätzlich noch etwas mehr als 1000 Menschen, die mit Nebenwohnsitz in Wittingen gemeldet sind, gelegentlich zur Kaufkraft bei.

Der Hauptort Wittingen hat im genannten Zeitraum 29 Einwohner verloren, am Jahresende waren es noch 4632 – ein unterdurchschnittlicher Rückgang von 0,6 Prozent. Der zweitgrößte Ort, Knesebeck, verzeichnet einen größeren Verlust: 2651 statt 2694 Einwohner bedeuten ein Minus von 1,6 Prozent. Radenbeck hat 6 Einwohner weniger als Ende 2011 (jetzt: 565), Vorhop verzeichnet ein Minus von 10 (jetzt 500), Ohrdorf verlor 19 Mitbürger (jetzt 421).

Es gibt auch Gewinner, aber die Zuwächse sind gering. Schneflingen verbesserte sich um 6 Einwohner auf 153, Küstorf gewann 4 Einwohner hinzu, Boitzenhagen, Darrigsdorf, Erpensen und Kakerbeck je 2.

Der kleinste Ort des Stadtgebietes, das von der A 39-Diskussion stark betroffene Wollerstorf, hat prozentual die stärkste Einwohner-Einbuße hinnehmen müssen. Statt 36 wohnen dort nur noch 27 Menschen – ein Rückgang um 25 Prozent.

Die sinkenden Einwohnerzahlen bereiten Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder Kopfzerbrechen. „Der Rückgang ist aber zum Glück nicht in der Höhe eingetreten, wie er prognostiziert worden war“, erklärt er im IK-Gespräch. Zuversichtlich stimmt ihn, dass die Zahl der gemeldeten Geburten deutlich gestiegen ist: „Ich hoffe, dass dieser Trend anhält“, sagt Ridder.

Von Holger Boden

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