Sanierung teurer als Neubau

Wittingen: OHE-Gebäude vor Abriss?

Beide Varianten scheinen sich nicht als Bahnhofs-WC durchzusetzen.
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Beide Varianten scheinen sich nicht als Bahnhofs-WC durchzusetzen.

Wittingen – Es gab eine Zeit, da trafen Wittinger sich am Bahnhof auf eine Pizza. Doch die Zeiten eines gepflegten Restaurant-Besuchs im ehemaligen OHE-Gebäude sind lange vorbei. Und nun könnte der Abriss der Immobilie bevorstehen.

Das Haus mit rund 1170 Quadratmetern Geschossfläche auf vier Ebenen (Keller, Erdgeschoss, Obergeschoss, Dachgeschoss) präsentiert sich schon seit Jahren in miserablem Zustand und ist auf dem mittlerweile rundum erneuerten Bahnhofsgelände der letzte verbliebene Schandfleck.

Bislang spielte das Gebäude stets noch eine Rolle in den Überlegungen für die künftige Wittinger Bahnhofslandschaft, doch gilt es nun als nicht unwahrscheinlich, dass die Politik einen Schlussstrich darunter zieht.

Denn die Kosten für die Sanierung der Adresse Bahnhofstraße 62 werden nach einem Gutachten, das der Stadt vorliegt, auf 2,76 Millionen Euro geschätzt. Das steht in den Vorlagen für den Bau- und Umweltausschuss, der sich in seiner Sitzung am kommenden Dienstag, 3. März (18.30 Uhr, Rathaus), mit dem weiteren Vorgehen befassen soll.

Die Verfasser des Papiers empfehlen einen Abriss. Denn der sei für rund 184 000 Euro zu haben, und ein Neubau gleicher Größe – sofern ein solcher gewollt ist – sei für 1,86 Millionen Euro zu haben. Angesichts der vorliegenden Zahlen hat sich Stadtbürgermeister Andreas Ritter bereits äußerst skeptisch über einen Erhalt des Gebäudes geäußert.

Im Gespräch war mal eine Nutzung als städtisches Vermietungsobjekt mit fünf bis sechs Wohnungen, für das Erdgeschoss konnte man sich eine öffentliche Bahnhofstoilette vorstellen. Laut Gutachten wäre eine „aufwändige Kernsanierung“ nötig. Das Dach ist an mehreren Stellen undicht, die Statik ist in Teilen nicht mehr sicher, im ganzen Haus ist Schimmel, und im Keller steht Wasser.

VON HOLGER BODEN

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