Landkreis hat ehemalige Gebäude der Hermann-Löns-Schule planmäßig räumen lassen

Wittingen: Die Notunterkunft ist leer

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Der Sanitär-Container ist schon weg: Die ehemalige Förderschule wird nun für neue Schulzwecke hergerichtet.
  • Holger Boden
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Wittingen. Zuerst sollten über 200 kommen, doch diese Zahl wurde nie erreicht. Zwischenzeitlich waren in der Spitze 90 Flüchtlinge in den Räumen der ehemaligen Hermann-Löns-Schule an der Wittinger Rammestraße untergebracht.

Nun steht das Gebäude wieder komplett leer: Die 24 letzten verbliebenen Flüchtlinge haben am Montag die Unterkunft verlassen.

Der Landkreis Gifhorn hält damit seine eigenen Pläne ein, wonach die Unterbringung in dieser Woche – zum Beginn der Sommerferien – aufgelöst werden sollte. Nun, so heißt es aus der Kreisverwaltung, könne der Rückbau der Unterkunft beginnen.

Die einstigen Räumlichkeiten der Förderschule (die nun bei der Grundschule an der Gustav-Dobberkau-Straße untergebracht ist) werden jetzt für Zwecke der benachbarten IGS hergerichtet. „Es soll umgehend mit den Sanierungsarbeiten an der ehemaligen Hermann-Löns-Schule begonnen werden“, so die Erste Kreisrätin Evelin Wißmann auf IK-Anfrage. Baustart solle in der kommenden Woche sein.

Während vor Beginn der Unterbringung der Flüchtlinge – unter dem Eindruck immer weiter steigender Zahlen Hilfesuchender – nicht ganz klar war, ob die Sporthalle eventuell noch weiter als Notunterkunft gebraucht werden würde, heißt es seitens des Landkreises nun deutlich: „Die Turnhalle wird nicht mehr als Unterbringungsmöglichkeit genutzt. Sie dient aber bis zum 6. Juli noch als Lager für Einrichtungsgegenstände.“

15 Flüchtlinge aus der Rammestraße werden laut Wißmann nun in Kakerbeck untergebracht. Der Landkreis hat dort Wohnungen angemietet (das IK berichtete). 6 Personen hätten in Wittingen eine Mietwohnung gefunden. Eine Familie verlasse den Landkreis.

Die knapp viermonatige Nutzung der Einrichtung für die Flüchtlingsunterbringung sei „recht störungsfrei verlaufen“, bilanziert Wißmann. Vorbehalte seien nicht bestätigt worden, dazu habe auch die gute Betreuung beigetragen.

Auch das Fazit der Polizei sieht positiv aus: „Keine Auffälligkeiten, alles ohne Probleme“, so lautet die Bilanz von Wittingens Kommissariatsleiter Rüdiger Elgner. „Und das, obwohl in der Einrichtung so viele verschiedene Kulturen zusammenkamen.“ Der 1. Polizeihauptkommissar und seine Leute haben die Einrichtung mehrfach aufgesucht – „präventiv“, wie Elgner sagt: „Es ist wichtig, sich gleich sehen zu lassen und eine Beziehung zu den Menschen aufzubauen.“ Der Wittinger Polizeichef betont, dass von manchem befürchtete Nebeneffekte wie etwa ein Anstieg von Ladendiebstählen nicht eingetreten seien.

Auch aus Sicht der Stadtverwaltung lief alles „absolut reibungslos“, wie der Erste Stadtrat Peter Rothe sagt. Nach Bedenken von Anwohnern im Vorfeld seien später, als die Unterkunft den Betrieb aufnahm, im Rathaus keine Klagen mehr registriert worden: „Mit dem Bezug der Einrichtung war das vorbei.“

Von Holger Boden

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