Erzeugung erneuerbarer Energie deckt rechnerisch nicht den Verbrauch

Wittingen noch kein Netto-Exporteur

Bei Stöcken dreht sich ein Windrad träge im Sommerwind.
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Windrad bei Stöcken: Im Wittinger Stadtgebiet ist reichlich Zuwachs an Windenergieanlagen geplant. Das dürfte die Quote der rechnerischen Eigenversorgung mit Energie deutlich nach oben treiben.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen – Während die Samtgemeinde Hankensbüttel der regionale Champion beim Export von grüner Energie ist (das IK berichtete), schafft die Stadt Wittingen in dieser Hinsicht noch keine rechnerische Autarkie. Das zeigt der Erneuerbare-Energien-Report der LSW für 2020.

Dieser Report gibt eine Übersicht über die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen im LSW-Netzgebiet, zwischen Hankensbüttel und Grasleben, zwischen Meinersen und Oebisfelde. 5 der 18 Städte und Samtgemeinden weisen inzwischen eine Einspeisung auf, die über dem Verbrauch in der jeweiligen Kommune liegt. Neben Hankensbüttel sind das auch Grasleben, Meinersen, Velpke und Wesendorf. Die durchschnittliche Deckung im Netzgebiet lag bei 50 Prozent.

Wittingen schafft es bisher nicht, die 100-Prozent-Marke einer bilanziellen Eigenversorgung mit Strom aus Wind, Sonne, Wasser oder anderen erneuerbaren Ressourcen zu knacken: Mit 82,8 Prozent ist die Quote aus Einspeisung und Entnahme gegenüber 2019 um etwas mehr als sechs Prozentpunkte gestiegen, in absoluten Zahlen ist das nur ein kleiner Sprung von 71 627 auf 71 968 Megawattstunden pro Jahr. Der Quote kommt zugute, dass im Stadtgebiet offenbar Energie gespart wird: Der Verbrauch aus dem LSW-Netz belief sich auf 86 916 MWh/a, 2019 waren es noch 93 980, 2018 sogar 101 269.

Den größten Anteil an der grünen Energie im Stadtgebiet hat im Betrachtungszeitraum die Erzeugung aus Biomasse, mit mehr als 53 000 MWh/a. Der Windstrom kommt mit rund 13 000 MWh/a nur knapp auf ein Viertel dieser Energie, die Photovoltaik spielte mit gut 5000 MWh/a eine untergeordnete Rolle.

Das sind die erzielten Werte unter den Realbedingungen von 2020. Geht es nach der installierten Leistung, müsste die Photovoltaik eigentlich mit 24 Prozent einen größeren Raum in der Bilanz einnehmen. 369 Anlagen zur Erzeugung von Solarstrom speisen im Stadtgebiet ihre Energie ins Netz.

Acht Windkraftanlagen drehten sich 2020 im Stadtgebiet – mit der inzwischen schon erfolgten Errichtung des Windparks Boitzenhagen und dem außerdem vorgesehenen Ausbau der Windkraft auf weiteren 440 Hektar dürfte sich der Anteil der Windenergie im Stadtgebiet künftig deutlich erhöhen. Das Erreichen bzw. Übererfüllen der bilanziellen Autarkie scheint damit realistisch. Bei der Sonnenenergie drängen insbesondere die Wittinger Grünen seit längerem darauf, städtische Immobilien in größerem Maßstab für die Installation von Photovoltaik zu nutzen.

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