Stadt schiebt Investition für Schwergutumschlag am Hafen an

Wittingen: 3,8 Millionen für Anleger-Umbau

Aus der Liegestelle soll ein moderner Verladeplatz werden – der Weg dahin ist finanziell steinig.
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Aus der Liegestelle soll ein moderner Verladeplatz werden – der Weg dahin ist finanziell steinig.

Wittingen – Die Stadt Wittingen muss voraussichtlich mit einer Investition in Höhe von 3,8 Millionen Euro kalkulieren, um die Liegestelle am Elbe-Seitenkanal für die Verladung von Schwergut zu ertüchtigen.

Diese Zahl wurde dem Wirtschaftsausschuss in seiner jüngsten Sitzung erläutert. Der Ausschuss empfahl einstimmig, die Pläne weiterzuverfolgen.

Was in den 3,8 Millionen noch nicht enthalten ist, ist der Kaufpreis. Im Rathaus wartete man zum Zeitpunkt der Sitzung noch auf einen Vertragsentwurf vom Wasser- und Schifffahrtsamt, das derzeit Eigentümer der maroden Liegestelle ist.

Mit der Sanierung des Anlegers will die Stadt ihre Umschlagmöglichkeiten im Hafen zukunftsträchtiger gestalten. Mobile Umschlaggeräte mit bis zu 90 Tonnen Gesamtgewicht könnten dann an der Verladestelle agieren, erläuterte ein Vertreter des Planungsbüros grbv aus Hannover. Container-Umschlag bis 45 Tonnen sei dann ebenfalls möglich.

Doch es sind einige Arbeiten nötig, um die Liegestelle fit für solche Anforderungen zu machen. Die Planer haben Hinweise auf Löcher in der Spundwand, die unter der Wasseroberfläche liegen. Hohlräume, abgesenktes Pflaster und Höhenunterschiede sind weitere Schwachpunkte, die beseitigt werden müssen.

Wenn alles fertig ist, sollen die Bahngleise an der Liegestelle niveaugleich überfahrbar sein. Aus Pflaster soll Asphalt werden, und vor die Kaikante wird eine 1,5 Meter breite neue Spundwand gesetzt. Der Bereich am Wasser muss um zirka einen Meter erhöht werden, um eine ebene Fläche mit dem dahinterliegenden Areal zu schaffen. Im Ergebnis soll dann trimodaler Güterumschlag möglich sein – vom Zug oder Lkw direkt aufs Schiff oder umgekehrt, in allen denkbaren Kombinationen.

Allein für die Tiefbauarbeiten werden 1,1 Millionen Euro veranschlagt. Die eigentliche neue Liegestelle schlägt mit 2,135 Millionen Euro zu Buche – mit Mehrwertsteuer werden daraus 3,8 Millionen Euro. Ratsherr Eckhard Meyer machte den Vorschlag, darüber nachzudenken, die Haushaltsmittel über die Jahre 2021 und 2022 zu strecken. Die Stadt will die Ausgabe nach Möglichkeit nicht allein stemmen, sondern sich um Fördergelder bemühen.

Die Bauzeit wird auf etwa sechs Monate taxiert. Das heißt: Vor Herbst 2021 wird das Projekt nicht fertigzustellen sein. Bei grbv rechnet man damit, dass bis Frühjahr nächsten Jahres eine Baugenehmigung vorliegen könnte. Amtlich ist das nicht, denn zuletzt gab es noch offen Fragen hinsichtlich der zuständigen Genehmigungsbehörde. Für das Vorhaben ist eine Planfeststellung nötig, das ist in der Regel zeitaufwändig. VON HOLGER BODEN

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