Ein Abend ohne Berührungsängste

Wittingen: Landfrauen feiern mit Flüchtlingsfrauen im Stephanushaus

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Discofeeling im Stephanushaus: Die Tanzfläche war ruckzuck voll, als die ersten Takte eines spanischen Popsongs erklangen.

Wittingen – Es bedurfte nur weniger Takte eines spanischen Popsongs und schon war ruckzuck die Tanzfläche voll: Am vergangenen Freitag herrschte Diskofeeling im Wittinger Stephanushaus.

Rund 100 Frauen feierten gemeinsam den Internationalen Frauentag – ein Schulterschluss zwischen Landfrauen und Flüchtlingssozialarbeit. Die Stimmung an dem Abend war großartig.

Geladen hatte zu dieser ausgelassenen Party der Landfrauenverein Wittingen und Umgebung. Dessen Vorsitzende Dörte Dreblow und Imke Banse, selbst Landfrau und in der Sozialberatung für Asylsuchende tätig, hatten eine besondere Idee umgesetzt: Sie luden zu dieser bunten Feier auch Migrantinnen ein, die in Wittingen, Knesebeck oder Hankensbüttel vorerst eine neue und vor allem sichere Heimat gefunden haben.

Auch Misada und Desara aus Hankensbüttel sowie Ganda, Annett und Helga aus Wittingen (v.l.) verbrachten einen fröhlichen gemeinsamen Abend. 

Zur Eröffnung des Abends zeigten einige der Landfrauen ein kurzes Rollenspiel. Nicht die Beurteilung anderer macht uns aus, sondern die Individualität einer jeden Einzelnen, war die Botschaft dieses kurzen Theaterstückes. An den Tischen, an denen auch Frauen aus Syrien, Albanien, Irak, Armenien, Palästina, Simbabwe oder Nigeria Platz genommen hatten, gab es viel Applaus.

„Ihr seid alle wertvoll, so, wie ihr seid“, betonte daher auch die Landfrauen-Vorsitzende zusammenfassend. „Wir möchten für Frauen und mit Frauen feiern und natürlich auch darauf hinweisen, dass wir Frauen noch immer um Gleichberechtigung kämpfen und gegen Missstände angehen wollen.“

An diesem Abend der interkulturellen Kommunikation war ein Gemeinschaftsgefühl von Anfang an zu spüren. Berührungsängste gab es nicht. Und so wurde die Ernsthaftigkeit des Themas schnell abgelöst vom ausgelassenen gemeinsamen Feiern, Essen und Tanzen.

„Die Frauen unter sich sind oft viel gelöster und feiern intensiver. Viele der Flüchtlingsfrauen kennen das ja so auch aus ihren heimatlichen Kulturen‘‘, erklärte Banse die tolle Stimmung. Ganz sicher wird der gelungene erste Abend dieser Art auch am 8. März 2020 eine Neuauflage finden. Denn was gut ist, ist wiederholenswert.

Viele der Frauen können sich aber sicherlich schon am 23. März beim großen Frauenfrühstück in der Wittinger Stadthalle wiedersehen.

VON FRANZISKA MÄNNE-WICKBORN

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